IG Metall ruft bei Vestas zu ganztägigem Warnstreik auf

Die IG Metall hat die Beschäftigten der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenherstellers Vestas zu einem vierten Warnstreik aufgerufen. Die rund 1700 Mitarbeiter sollen am Dienstag bundesweit erstmals ganztägig die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. Um 10.30 Uhr sei zudem in Hamburg zur Eröffnung der Messe Wind Energy eine Kundgebung geplant. Zum Start der Branchenschau wird auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck erwartet.
Eine IG-Metall-Fahne weht im Wind. © Daniel Bockwoldt/dpa/Daniel Bockwoldt/Symbolbild

Die Gewerkschaft reagiert mit dem Warnstreik auf die Weigerung von Vestas Deutschland, über einen Tarifvertrag zu verhandeln. Die Beschäftigten könnten nicht verstehen, «dass ihr Arbeitgeber sich weiterhin jeglichen Verhandlungen verweigert», sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Martin Bitter. «Gemeinsam wollen wir unsere Entschlossenheit demonstrieren und deutlich machen, dass wir an unserem Ziel Tarifvertrag festhalten.»

«Wir werden nicht hinnehmen, dass die Geschäftsführung trotz mehrerer Warnstreiks nicht zu Verhandlungen bereit ist», sagte IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich. Nur mit guten, tariflichen Bedingungen werde es gelingen, genügend Fachkräfte für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu finden. «Das wird auch Vestas einsehen müssen.» Friedrich forderte die Politik auf, die richtigen Weichen für mehr Arbeit und Wertschöpfung in Deutschland und Europa zu stellen: «Das grüne Job-Wunder kommt nicht von allein.»

Ein Vestas-Sprecher hatte zuletzt mitgeteilt, dass das Unternehmen eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeite. «Wir sind der Meinung, dass dieser Ansatz den Bedürfnissen der gesamten Belegschaft gerecht wird.» Eine Diskussion über weitere Verbesserungen der Betriebsvereinbarung sei im Gange.

Für die IG Metall ist das eine «Nebelkerze», denn es gehe bei Gesprächen mit dem Betriebsrat nicht um die verbindliche Festlegung tariflicher Regelungen. Die IG Metall beklagt seit langem, dass zwar viele Zulieferer der Windindustrie, zum Beispiel Maschinenbauer, traditionell dem Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie unterliegen. Bei Herstellern und im Servicebereich habe sich die Windbranche aber bisher weitgehend einer Tarifbindung verweigert.

© dpa
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