Anzeichen für frühe Grippewelle: Drese rät zur Schutzimpfung

Die Grippewelle scheint in diesem Jahr früher anzurollen und könnte auch heftiger ausfallen als zuletzt. Darauf lassen aktuelle Infektionszahlen aus Mecklenburg-Vorpommern schließen. Für Gesundheitsministerin Drese ein Grund mehr, sich impfen zu lassen.
Ein Pfeil weist den Weg zur Notaufnahme eines Krankenhauses. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Für Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine deutlich höhere Zahl an Grippefällen ab als in den Vorjahren. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock zählte von Anfang Oktober bis Anfang November landesweit bereits 118 nachgewiesene Grippe-Infektionen. In den vier Jahren zuvor seien es in diesem Zeitraum zwischen zwei und vier Fällen gewesen, sagte eine Behördensprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. Nun seien allein in der 43. Kalenderwoche Ende Oktober 46 Fälle hinzugekommen, die meisten gemeldet aus Rostock.

Nach ihren Angaben werden jeweils von Anfang Oktober bis Mitte April, der üblichen Grippesaison, nachgewiesene Influenza-Fälle statistisch gesondert erfasst. Wie aus den Daten des Landesamtes weiter hervorgeht, suchten in diesem Herbst bislang auch deutlich mehr Menschen im Land wegen Atemwegserkrankungen ihren Hausarzt auf. Zwar flachte die Kurve zuletzt wieder etwas ab, blieb insgesamt aber weiter über den Niveau der zurückliegenden vier Jahre.

Nach den Meldungen der am Frühwarnsystem beteiligten Mediziner gab es in der letzten Oktoberwoche im Land etwa 2720 Arztkonsultationen pro 100.000 Einwohner wegen Schnupfen, Husten und Fieber, überdurchschnittlich viele in Rostock und Vorpommern. Landesweit melden etwa 50 Kinder- und Hausärzte regelmäßig anonymisierte Daten zum Krankheitsgeschehen an das Landesgesundheitsamt.

Die wachsende Tendenz von Erkrankungen spiegelt sich auch in Daten der Krankenkassen wieder. So ergab eine Auswertung der Barmer-Krankenkasse, dass die Zahl der Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen bundesweit zuletzt stark gestiegen ist.

Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) nahm die verstärkte Ausbreitung von Erkältungskrankheiten zum Anlass, erneut eindringlich für eine Grippeschutzimpfung zu werben. Der November sei dafür ein guter Monat. Zu empfehlen sei die Impfung insbesondere für Personen über 60 Jahre, chronisch Erkrankte, Bewohner von Pflege- und Altersheimen sowie Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel mit Vorerkrankung. «Eine Grippeschutzimpfung ist die beste Möglichkeit, um sich vor schweren Verläufen zu schützen», sagte Drese.

Sie verwies darauf, dass Gesundheitsexperten durch den abnehmenden Immunschutz und die Lockerung der Corona-Maßnahmen in diesem Winter mit einer deutlich höheren Anzahl von Grippe-Erkrankten rechnen. Die klassische Grippewelle habe vor Corona regelmäßig Mitte Januar an Fahrt aufgenommen. «In diesem Jahr haben wir bereits jetzt die gleiche Situation wie sonst erst im Januar. Das könnte für eine stärkere Grippewelle in diesem Jahr sprechen», erklärte die Ministerin.

© dpa
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