Steinmeier setzt «Ortszeit» fort: Fischerin beklagt Probleme

Mit Gesprächen bei Händlern und einem Rundgang im Zentrum hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch seinen dreitägigen Aufenthalt in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) fortgesetzt. Dabei wies Fischerin Sabine Reimer den Bundespräsidenten auf die Probleme der Fischer mit dem nach ihrer Auffassung überzogenen Naturschutz an der Seenplatte hin. Die Geschäftsfrau aus Rödlin musste 70 ihrer rund 700 Hektar Wasserfläche aufgeben, da der Müritz-Nationalpark dort keine Fischerei mehr zulassen will. Reimers Familienbetrieb arbeitet seit 100 Jahren in der Region.
Frank-Walter Steinmeier spricht bei seinem Besuch des Wochenmarkts auf dem Marktplatz mit Fischerin Sabine Reimer. © Jens Büttner/dpa Pool/dpa

«Wir haben die Braunen und die Roten überstanden, nun müssen wir mit den Grünen streiten», sagte Reimer am Marktstand, wo sie frischen Fisch verkauft. Sie könne nicht verstehen, dass die uralte Fischerei dort nicht mehr arbeiten darf, wo es immer Fischerei gegeben habe. Der Müritz-Nationalpark war 1990 gegründet worden. Steinmeier bekundete der Fischerin seinen Respekt vor ihrer Arbeit.

Auch andere Händler und Bürger wiesen Steinmeier mehrfach auf die hohen Kosten bei Energie und Treibstoffen hin. Zuvor hatte der Bundespräsident sich mit angehenden Bundespolizisten unterhalten. Für den Nachmittag war eine «Kaffeetafel kontrovers» geplant, wo sich Steinmeier mit Bürgern unter anderem um die Themen Protestkultur, Folgen der Energiekrise und bürgerschaftliches Engagement austauschen wollte.

Neustrelitz ist die vierte Stadt, die Steinmeier im Rahmen seiner Gesprächsreihe «Ortszeit Deutschland» besucht und dabei für drei Tage zum auswärtigen Amtssitz macht.

© dpa
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