Anklage fordert lebenslange Haft für Überfall auf Senioren

Im Fall zweier brutaler Überfälle auf Senioren hat die Rostocker Staatsanwaltschaft unter anderem wegen versuchten Mordes und besonders schweren Raubes eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Zudem beantragte sie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie eine anschließende Unterbringung in Sicherungsverwahrung. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Die Verteidigung forderte dagegen am Montag im Landgericht Rostock eine Freiheitsstrafe «nicht höher als zwölf Jahre».
Ein Mikrofon in einem Gerichtssaal. © Friso Gentsch/dpa/Symbolbild

Der einschlägig vorbestrafte 37-jährige Deutsche soll am 16. Januar dieses Jahres eine 66-jährige Frau in ihrem Wohnhaus überfallen haben, als diese gerade aus der Haustür trat, um nach der Post zu schauen. Er habe die Frau dann ins Gesicht geschlagen, gewürgt und mit einem Messer lebensgefährlich verletzt und dabei in Tötungsabsicht gehandelt, so die Staatsanwältin. Nur durch «puren Zufall» sei die Halsschlagader der Geschädigten nicht verletzt worden. Der Mann habe rund 60 Euro erbeutet.

Kurz danach soll er unweit des Tatortes einen 82-jährigen Mann und dessen Ehefrau in deren Wohnung überfallen haben. Den Mann soll er mit einem sogenannten Anreißnagel in den Hals gestochen haben, so dass er stark blutete. Hier soll er unter anderem 190 Euro Bargeld und Schmuck erbeutet haben. Zwei Tage nach den Taten wurde der Angeklagte von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen. In die Forderung der Staatsanwaltschaft floss auch ein früherer Vorfall ein, bei dem der Angeklagte seine damalige Freundin mit einem Messer angegriffen und verletzt haben soll.

Der Verteidiger betonte in seinem Plädoyer, dass sein Mandant «schwere, schwere, schwere Schuld» auf sich geladen habe. Das sehe auch der Angeklagte so. «Hier sitzt aber kein Monster oder kaltblütiger Killer.» Der Angeklagte selbst betonte am vorletzten Verhandlungstag, dass es ihm leid tue und er sich in aller Form entschuldige. Das Urteil will das Landgericht Rostock am 28. Oktober um 13.00 Uhr sprechen.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Wohnen
Gefahr für Tiere und Pflanzen: Darum sollten Sie bei Glätte nicht zu Streusalz greifen
Fußball news
Bundesliga: Bobic drohte Reporter: «Kriegst du eine gescheuert»
Musik news
Schwedische Popikone: Björn Ulvaeus über Abba, Pippi Langstrumpf und KI
Musik news
Musikpreise: Harry Styles singt bei den Grammys
Internet news & surftipps
Technologie: KI-Hype um ChatGPT: «System kaum kritisch reflektiert»
Tv & kino
Abschied: Trauer um Annie Wersching - Schauspielerin stirbt mit 45
Das beste netz deutschlands
Komfortabel, aber platzraubend: Hat der Desktop-PC noch Zukunft?
Das beste netz deutschlands
Kostenloser Helfer: Monitore: Pixelfehler per Software beheben