Frau tot gefunden: Dreieinhalb Jahre Haft für Ehemann

Nach einer Explosion in einem Haus in Priborn wird eine tote Frau gefunden. Sie starb nicht wegen der Explosion. Ihr Mann, der wohl das Haus in die Luft jagen wollte, bekommt dreieinhalb Jahre Haft.
Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Im Zusammenhang mit einer Explosion in einem Wohnhaus in Priborn (Mecklenburgische Seenplatte) hat das Landgericht Neubrandenburg den Verursacher zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der 66-Jährige wurde am Dienstag wegen versuchten Totschlags an seiner Frau schuldig gesprochen. Der Verurteilte hatte gestanden, die Gattin im Dezember 2021 vor der Explosion mit einem Tuch bedeckt und versucht zu haben, sie zu ersticken. Als er dachte, sie sei tot, habe er sich neben sie gelegt und eine Gasflasche zur Explosion gebracht.

Die Frau war auch tot. Im Prozess konnte aber nicht geklärt werden, woran die herzkranke Frau bei dem Übergriff wirklich gestorben war, wie Richterin Daniela Lieschke sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Explosion hatte am Haus nur geringe Schäden verursacht, der Verurteilte überlebte mit schweren Verletzungen. Die Leiche der 65-jährigen Frau war nach der Explosion im Ehebett gefunden und untersucht worden. Kurz darauf war Haftbefehl gegen den 66-Jährigen erlassen worden.

Für den Verurteilten spreche, dass er die Tat in einem Zustand «erheblich verminderter Schuldfähigkeit» begangen habe, sagte die Richterin. Der Mann habe sich in einer seelischen Ausnahmesituation befunden. Erschwerend sei aber, dass er die Tat als Vertrauensperson begangen habe. Die Eheleute waren 45 Jahre lang verheiratet.

Als Motiv wurde ein geplanter Hausverkauf genannt. Der Verurteilte hatte vor der Tat einem Bekannten am Telefon von diesem erzählt und den Verkauf als «Fehler» bezeichnet.

In dem Prozess war es auch um eine dauerhafte Einweisung des Angeklagten in ein Psychiatrie-Krankenhaus gegangen. Deshalb lief der Prozess nicht öffentlich. Davon nahm die Kammer aber Abstand.

Weil der Verurteilte bereits acht Monate in Untersuchungshaft verbracht hat, wurde der Haftbefehl am Ende der Urteilsverkündung aufgehoben. Der Mann konnte gehen und soll, wenn das Urteil rechtskräftig ist, seine Reststrafe verbüßen.

© dpa
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