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Gedenken an NS-Pogromnacht und Solidarität mit Israel

In diesem Jahr fällt das Gedenken an die NS-Pogromnacht in eine Zeit, in der sich Israel gegen den Terror der Hamas wehrt. Politiker und Parteien in MV zeigten Solidarität mit den Juden in Deutschland und in Israel.
Jahrestag Pogromnacht - Greifswald
Ein Teilnehmer einer Gedenkveranstaltungen an die NS-Pogrome vor 85 Jahre hält eine Israel-Fahne in der Hand. © Stefan Sauer/dpa

In zahlreichen Städten Mecklenburg-Vorpommerns haben Menschen bei Gedenkveranstaltungen an die NS-Pogrome gegen Juden vor 85 Jahre erinnert und zugleich Solidarität mit dem von der Hamas angegriffenen Israel gezeigt. Parchims Bürgermeister Dirk Flörke bezeichnete den Tag des Massakers der islamistischen Terrororganisation am 7. Oktober als Zäsur. «Der Konsens eines «Nie wieder» wurde an diesem Tag aufgekündigt», sagte er bei einer Veranstaltung am ehemaligen Standort der Parchimer Synagoge.

Landtagspräsidentin Birgit Hesse betonte am Donnerstag in Schwerin, die Pogromnacht zähle zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte. Sie zeige, «wie schnell eine Mischung aus Propaganda, Vorurteilen und dem Versagen von Institutionen eine verheerende Wirkung entfalten kann, wenn all dem nicht Einhalt geboten wird». Zugleich erinnerte sie an den Mauerfall vom 9. November 1989. «Der 9. November mahnt uns, aber er gibt uns auch Hoffnung.»

Kulturministerin Bettina Martin (SPD) bezog klar Stellung zur Situation im Nahen Osten: «Der schreckliche terroristische Angriff der Hamas auf Israel und der andauernde Terror gegen den Staat Israel und gegen die Menschen dort müssen ohne jegliche Relativierungen verurteilt werden! Das gilt für uns als Deutsche. Das gilt für alle Menschen, die in Deutschland leben.» Die Hamas habe eine Welle der unfassbaren Gewalt über die Region gebracht und benutze die Bevölkerung Gazas als menschliche Schutzschilde. «Ihr ist das Leid der Menschen in Gaza egal, vielmehr noch, sie instrumentalisiert es für ihre Zwecke.»

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Rostock, Juri Rosov, sagte, das Gedenken an die Pogromnacht sei in diesem Jahr anders und die Stimmung in der Jüdischen Gemeinde nicht gut. «Ich sehe das jeden Tag und spüre auch, dass viele Gemeindemitglieder sich Sorgen machen und Angst haben.» So wollten einige Eltern nicht, dass ihre Kinder öffentlich über ihre Zugehörigkeit zum Judentum sprächen. «Sie haben wirklich Angst um ihre Kinder. Wie begründet diese Ängste sind, ist immer schwer zu sagen.»

Zugleich hob Rosov die Solidaritätswelle in Deutschland seit dem Angriff der Hamas auf Israel vor rund einem Monat hervor. Es gebe viele Hilfs- und Unterstützungsangebote aus der Politik, von der Polizei und der Gesellschaft. «Die Welle ist ziemlich groß und spürbar für uns. Für uns ist das wichtig. Wir fühlen uns nicht alleine gelassen», sagte Rosov der Deutschen Presse-Agentur.

In Rostock ereigneten sich die Übergriffe in der Pogromnacht vor allem im Laufe des 10. November 1938. An diesem Freitag (10. November) trifft sich die Gemeinde zum Trauergebet auf dem jüdischen Friedhof im Lindenpark und geht danach zum Standort der alten Synagoge.

Für eine Gedenkstunde des Arbeitskreises 9. November 1938 in Schwerin wurden Synagogen, die in der Pogromnacht zerstört wurden, digital rekonstruiert. Die Bilder würden am Donnerstagabend in der Schweriner Innenstadt gezeigt. Die Veranstaltung setze ein Zeichen der Solidarität mit allen jüdischen Mitbürgern, erklärte der Arbeitskreis. An der Veranstaltung nahmen rund 250 Menschen teil.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Jeannine Rösler, erinnerte daran, dass in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 Teile der deutschen Bevölkerung mit brutaler Gewalt und Grausamkeit gegen Jüdinnen und Juden vorgegangen seien. «Sie ermordeten zahlreiche Menschen, plünderten und zerstörten jüdisches Eigentum und brannten Synagogen im gesamten Deutschen Reich nieder.»

Die NS-Pogromnacht mahne deshalb jeden Einzelnen und die gesamte Gesellschaft, sich mit ganzer Kraft jenen entgegenzustellen, die versuchten, das Geschehene zu relativieren, sowie Hass, Hetze, Antisemitismus und Rassismus zu verbreiten.

Die Co-Vorsitzende der MV-Grünen, Katharina Horn, sagte mit Blick auf die aktuelle Situation, es sei ein unerträglicher Gedanke, dass sich jüdische Mitbürger in Deutschland wieder unsicher fühlten, 85 Jahre nachdem in dem Land die Synagogen gebrannt hätten. Dafür aber Einwanderer aus arabischen Ländern verantwortlich zu machen, sei «zynisch und schlichtweg hohler Populismus».

Unbekannte schmierten unterdessen in der Nacht zum 9. November Hakenkreuze an die beiden Säulen des Anklamer Rathauses. Die beiden 55 mal 55 Zentimeter großen Hakenkreuze seien mit schwarzer Farbe auf die Sandsteinsäulen gesprüht worden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Ein Stadtmitarbeiter habe sie am Morgen entdeckt.

© dpa
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