Kühleres Wasser in Schwimmbädern soll Energiekosten senken

Das Heizen von Schwimmbädern ist energieintensiv. Hohe Gaspreise schlagen hier stark zu Buche. Teilweise müssen Badegäste in MV schon mit kühlerem Wasser klarkommen. Weitere Bäder dürften folgen.
Die Neptun-Schwimmhalle. © Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild

Im Nordosten müssen sich Schwimmbad-Besucher angesichts der Sorge vor einer Energiekrise auf niedrigere Wassertemperaturen einstellen. «Das ist höchstwahrscheinlich, dass das irgendwann kommen wird», sagte Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag MV der Deutschen Presse-Agentur. Die Kommunen stimmten derzeit deutschlandweit einen Plan auch mit Blick auf ihre Schwimmbäder ab. Nach der Sommerpause werde dieser wahrscheinlich vorliegen. Der Chef der Bundesnetzagentur hatte kürzlich mit Blick auf knappes Gas gesagt: «Jedes unbeheizte Freibad hilft.»

Das Freizeitbad Wonnemar in Wismar ist in dieser Frage weiter: «Wie die meisten Badbetreiber haben wir die Temperaturen in vertretbarem Maße reduziert», hieß es. Mit der Rückkehr zum normalen Tarifsystem nach Corona-Einschränkungen habe man außerdem die Preise erhöht. Schließungen auch von Teilbereichen seien derzeit nicht geplant.

Schließungen wollen auch die kommunalen Schwimmbäder, wenn möglich, vermeiden. «Wenn wir sie komplett runterfahren, dann werden wir sie auf viele, viele Monate nicht wieder in Betrieb nehmen können», sagte Fittschen. So müsse man dann etwa das Wasser ablassen. Auszuschließen sei es aber definitiv nicht. «Ich kann ja schlecht der Bevölkerung sagen, du musst frieren, aber im Schwimmbad ist es schön warm.»

Fittschen erwartet eine gestaffelte Vorgehensweise. Bei Spaß- und Freizeitbädern gebe es viele Becken mit Temperaturen von weit über 20 Grad. Hinzu kämen Saunalandschaften, die abgeschaltet werden könnten. Die Becken in klassischen Sport-Schwimmbädern seien hingegen weniger warm und bieten weniger Spielraum zum Absenken der Temperatur. «Wenn ich dann irgendwann bei einer Temperatur unter 18 Grad bin, wird wohl keiner mehr schwimmen kommen», sagte Fittschen.

Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, hatte kürzlich gesagt, man wisse nicht einmal, ob im Herbst und Winter genug Gas für das Kerngeschäft da sei. Vor allem in der Neben- und Nachsaison seien Wellnessangebote gefragt. Wenn dann Gastronomen Schwimmbäder oder Saunen schließen müssten, blieben vermutlich Gäste weg.

© dpa
Weitere News
Top News
Nationalmannschaft
Fußball-WM: Hitzlsperger: DFB-Team «keine Turniermannschaft mehr»
People news
Monarchie: Wie rassistisch sind die Royals? Debatte um neuen Vorfall
Musik news
Musik: Musikwelt trauert um Fleetwood-Mac-Musikerin Christine McVie
Reise
Weitgehend unentdeckte Perlen : Südosten Europas will 2023 mit Kulturhauptstädten glänzen
Musik news
Brit-Rocker: Vor 20 Jahren prügelten sich Oasis in München
Testberichte
Test: Skoda Karoq 2.0 TDI : Immer noch gut, aber nicht mehr günstig
Internet news & surftipps
Computer: Freie Programmierschule «42 Berlin» eröffnet
Das beste netz deutschlands
Featured: 30 Jahre SMS: Vodafone versteigerte das besondere Zeitzeugnis für den guten Zweck
Empfehlungen der Redaktion
Reise
Wasser kälter als sonst: Urlaubsorte an der Nordsee sparen Energie
People news
Energiekrise: Van Almsick sorgt sich um Schwimmausbildung
Regional berlin & brandenburg
DLRG: Lebensretter warnen vor Schwimmbäderschließung
Wirtschaft
Energie: Gaskrise: Schwierige Zeiten für Bäder und Thermen
Panorama
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser - bald mehr Nichtschwimmer?
Regional niedersachsen & bremen
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser: Bald mehr Nichtschwimmer?
Familie
Energiekrise: Schwimmenlernen: Hält kaltes Wasser Kinder davon ab?
Regional niedersachsen & bremen
Uelzen: Gas einsparen: Hallenbad bleibt im Winter geschlossen