Hochschulen: Kühlerer Hörsaal und höhere Wohnheim-Miete

Die Energiekrise trifft auch Hochschulen und Studierende. Letztere müssen sich auf kühlere Hörsäle und höhere Wohnheim-Mieten einstellen.
Studierende sitzen in einem Hörsaal. © Uwe Zucchi/dpa/Symbolbild

Die Energiekrise trifft auch die Universitäten und Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern - und damit die knapp 40.000 dort Studierenden. Auf die Einrichtungen kommen aufgrund der explodierenden Preise große Kostensteigerungen zu. An der Universität Rostock soll deshalb die Temperatur in Hörsälen und Büros im kommenden Winter um ein Grad gesenkt werden, wie eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das soll sechs Prozent Energie einsparen.

Dass die Heizung aufgrund von Energieknappheit ausfallen könnte, daran glaubt man in Rostock nicht. «Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und somit auch die Universität Rostock sind für eventuelle Versorgungsunterbrechungen in der Gaslieferung gut aufgestellt», hieß es. Es gebe drei Kraftwerke, die mit unterschiedlichen Energieträgern arbeiteten, sowie einen Energiespeicher. Das Wintersemester werde daher als Präsenzsemester vorbereitet.

Eine Absenkung der Raumtemperaturen ist auch anderswo im Gespräch, etwa an der Universität Greifswald und an der Hochschule Neubrandenburg. Entscheidungen stehen dort nach Angaben von Sprechern noch aus. «Die Hochschule Neubrandenburg wird alles daran setzen, den Präsenzbetrieb für die Studierenden nach Möglichkeit aufrechtzuerhalten», betonte der kommissarische Kanzler der Hochschule, Gunnar Wessel.

Eine Universität in Bayern hatte ihren Studenten jüngst mitgeteilt, das Wintersemester 2022/2023 stehe im Zeichen der Unsicherheit mit Blick auf die Wärme- und Stromversorgung - und damit auch auf die Frage, ob und wie der Präsenzbetrieb aufrechterhalten werden könne.

Aus der Hochschule Wismar hieß es: «Derzeit sind wir als nicht schützenswerter Letztverbraucher eingestuft, insofern bleibt abzuwarten, wie sich das Thema Gasversorgung entwickeln wird.» Unabhängig davon optimiere die Hochschule schon seit Längerem ihre Energieversorgung. So verfüge man in Wismar unter anderem über einen Pelletkessel und Photovoltaikanlagen.

In den Wohnheimen des Studierendenwerkes Rostock-Wismar wird auch nach Einsparmöglichkeiten gesucht, wie Sprecherin Malena Wiechers sagte. So werde darüber nachgedacht, die Temperatur in der Nacht und in den Fluren herunterzuregeln. Eine Energiesparkampagne soll die Studierenden sensibilisieren. Auf die Bewohner kommen trotzdem höhere Kosten zu: Zum Beginn des Wintersemesters soll der Preis für ein Zimmer, das jetzt im Schnitt 260 Euro kostet, um 10 Euro steigen. Zum Jahresbeginn 2023 müsse voraussichtlich eine weitere Erhöhung um 25 bis 50 Euro vorgenommen werden. Das Studierendenwerk rechne mit Mehrkosten im kommenden Jahr von etwa 1,1 Millionen Euro.

© dpa
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