Giftnotruf: Mindestens eine schwere Pilzvergiftung in Saison

Die Pilze sprossen in diesem Jahr später, dafür aber kräftig. Im Nordosten gab es laut Giftnotruf bereits einer schwere Vergiftung - bislang weniger als in den Vorjahren. Worauf müssen Sammler achten?
Ein Schild weist auf die Notaufnahme eines Krankenhauses hin. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

In Mecklenburg-Vorpommern hat es in der aktuellen Pilzsaison laut Giftnotruf bislang mindestens eine schwere Vergiftung gegeben. Im Oktober sei es bei einem Pilzsammler zu einer Leberschädigung gekommen, sagte Dagmar Prasa, die Leiterin des auch für den Nordosten zuständigen Gemeinsamen Giftinformationszentrums in Erfurt, der Deutschen Presse-Agentur. «Der Patient wollte Grünlinge sammeln und könnte eventuell den Grünen Knollenblätterpilz erwischt haben.» Das lege etwa die Symptomatik nahe.

Nach 8 bis 24 Stunden treten demnach meistens Magen-Darmbeschwerden auf. Anschließend beginne die Leberschädigung, schilderte die Fachfrau. Das könne eine Transplantation notwendig machen oder sogar zum Tod führen. In diesem Fall habe sich der Patient nach einem Aufenthalt auf einer Intensivstation aber wieder erholt, sagte Prasa. Der Grüne Knollenblätterpilz könne mit dem Champignon oder auch dem Grünling verwechselt werden.

Nach Zahlen des Giftnotrufs sind im Vorjahr in MV sogar fünf schwere Vergiftungen bekannt geworden und 2020 zwei. Insgesamt gab es demnach 2022 schon 45 Beratungsfällen mit Vergiftung oder entsprechendem Verdacht (2021: 48, 2020: 61).

Der Giftnotruf in Erfurt ist auch für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig. In diesem Jahr stiegen die Anfragen laut Prasa im September an. Der August sei noch zu trocken für die Pilze gewesen. Klassischerweise gingen die Anfragen dann im November wieder zurück. Den Anrufen nach zu urteilen, handele es sich in diesem Jahr um eine starke Pilzsaison.

Hauptsächlich seien Erwachsene bei Problemen mit Pilzen betroffen - nämlich die Sammlerinnen und Sammler. Am häufigsten komme es zu Verwechslungen von Champignons mit dem giftigen Karbolegerling und von Perlpilzen mit dem giftigen Pantherpilz vor. «Wir haben aber auch einen Großteil an Kleinkindern dabei», sagte Prasa. Sie naschten dann etwa im Kindergarten oder zu Hause im Garten Pilze oder Pilzstückchen.

Das Giftinformationszentrum rät dazu, Pilze, die man nicht hundertprozentig kennt, stehen zu lassen oder vor dem Verzehr einem Pilzberater vorzulegen. Die giftigsten Pilze seien unter den Lamellenpilzen zu finden. Im Zweifel sollten nur Röhrenpilze gesammelt werden. Aber auch Pilze ohne Lamellen oder Röhren wie die Zipfel-Lorchel könnten zu schweren bis tödlichen Vergiftungen führen, wenn sie mit den beliebten Morcheln verwechselt werden.

© dpa
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