Waldbesitzer wollen nicht für Wasserableitung zahlen müssen

Nach Auffassung privater Waldbesitzer in MV müssen sie für Leistungen zahlen, die anderen zugutekommen. Das soll sich nach ihrem Willen ändern. Es geht ums Wasser.
Nadelbäume stehen in einem Waldgebiet. © Jens Büttner/dpa/Archivbild

Die privaten Waldbesitzer im Nordosten wollen nicht weiter für das Ableiten von Wasser aus ihren Wäldern zur Kasse gebeten werden. Derzeit zahle man genauso viel in die Wasser- und Bodenverbände (WBV) ein wie etwa die Landwirtschaft und städtische Grundstückseigentümer, sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Ivo von Trotha. «Und das geht nicht mehr.»

Die WBV seien für Dränagen und Gräben zur Ableitung des Wassers zuständig. «Wir möchten am liebsten das ganze Wasser im Wald behalten», sagte von Trotha. Zumindest wolle man nicht auch noch für Arbeiten zahlen müssen, die im Wesentlichen der Landwirtschaft und städtischen Grundstücken zugutekämen. «Also da erwarten wir uns eine deutliche finanzielle Entlastung.»

Am Samstag findet die Hauptversammlung des Waldbesitzerverbandes MV in Güstrow statt. An ihr wird auch der Schweriner Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) teilnehmen. Nach Angaben von Backhaus vom März gibt es im Nordosten 558.000 Hektar Wald. Das seien etwa 24 Prozent der Landesfläche. Davon sind laut von Trotha etwa die Hälfte in privatem Besitz.

Eine weitere Forderung der privaten Waldbesitzer ist eine finanzielle Unterstützung für die Wiederaufforstung nach Sturmschäden. Anders als in anderen Bundesländern gebe es für die zuletzt eingetretenen Sturmschäden im Nordosten vom Land keine entsprechende Unterstützung. Stattdessen habe der Minister auf gute Holzpreise verwiesen. Von Trotha forderte für Betroffene eine deutliche Entlastung. Einzelne Betriebe hätten durch die letzten Stürme 30 Prozent ihrer Waldfläche verloren.

Mit Blick auf zunehmende Eingriffe auf EU-Ebene in die Belange von Waldbesitzern wünscht sich von Trotha, dass sich Landes- und Bundesregierung dafür einzusetzen, «diese Flut von unkoordinierten Aktivitäten aus sechs Kommissionen» zu koordinieren. Das betreffe Vorschriften zur Waldnutzung, aber auch den anfallenden bürokratischen Aufwand erforderlicher Nachweise etwa zur Nachhaltigkeit.

© dpa
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