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Förderung für Balkonkraftwerke kommt nur spärlich an

Mieter in MV tun sich noch immer schwer damit, die Landesförderung für Balkonkraftwerke anzuzapfen. Während das Kontingent für Hausbesitzer vollständig ausgeschöpft ist, schlummern in der Schatulle für Mieter noch Millionen.
Balkonkraftwerk
Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Hausbesitzer in Mecklenburg-Vorpommern bekommen für die Installation sogenannter Balkonkraftwerke keine Finanzspritze mehr von Land. Wie das Umweltministerium mitteilte, sind die für Eigentümer vorgesehenen Fördermittel von drei Millionen Euro ausgeschöpft. Etwa 6000 Anträge seien positiv beschieden worden. In knapp der Hälfte der Fälle sei das Geld ausgezahlt.

Mieter hingegen, auf die das Förderprogramm hauptsächlich zielt, könnten weiter Investitionszuschüsse beantragen. Bislang seien weniger als 2000 Anträge eingegangen. Von den für Mieter bereitstehenden sechs Millionen Euro ist laut Ministerium eine Million bewilligt worden.

Die Gesamtfördersumme beträgt zehn Millionen Euro. Nach Abzug der Verwaltungs- und Bearbeitungskosten können nach Regierungsangaben bei maximal 500 Euro Zuschuss etwa 18.000 Haushalte im Land profitieren. Gefördert werden Anlagen mit 200 bis 600 Watt Leistung. Mieter und Hausbesitzer müssen in Vorleistung gehen und können sich das Geld vom Land zurückholen.

Ein Sprecher äußerte die Erwartung, dass die Nachfrage bei Mietern mit den vom Bund angekündigten gesetzlichen und technischen Erleichterungen wächst: Demnach könnten Solar-Kleinanlagen von dann bis zu 800 Watt auch mit vereinfachter Anmeldung installiert werden. Umstritten ist noch, ob Vermieter der Installation zustimmen müssen. Gerichtsurteile werden unterschiedlich interpretiert.

Der Bund der Steuerzahler sieht in dem Förderprogramm eine Verschwendung von Steuergeld. Die Förderung sei angesichts der geringen Stromausbeute weder energiepolitisch sinnvoll, noch würden Privatpersonen kurzfristig von hohen Energiekosten entlastet. Die Kleinstanlagen seien zwar kein Allheilmittel, sagte Umweltminister Till Backhaus. Doch seien Balkonkraftwerke Teil einer Gesamtstrategie, mit der das Klima geschützt und die Abhängigkeit von Brennstoff-Importen verringert werden solle. Das Ministerium beziffert die jährliche Kostenersparnis durch selbsterzeugten Strom vom Balkon mit 85 Euro.

Die FDP im Landtag schloss sich der Kritik des Steuerzahlerbundes an:
«Ein klassischer Fall von gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Dieses Programm aus dem Hause von Minister Backhaus ist lediglich Symbolpolitik, die den Steuerzahler sehr viel Geld kostet, aber unter dem Strich ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein», sagte die Abgeordnete Sandy van Baal. Ihre Fraktion habe eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, um Klarheit zu bekommen, wie sinnvoll oder wie wenig sinnvoll dieses Förderprogramm wirklich ist.

Jüngsten Angaben zufolge gehörte Mecklenburg-Vorpommern im ersten Halbjahr zu den Regionen in Deutschland mit der höchsten Zahl von Sonnenstunden und damit dem größten Potenzial für die Solarstrom-Produktion. Nach Berechnungen des Energieversorgers Eon ließen sich von Januar bis Juni mit Hilfe einer durchschnittlichen Solaranlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses etwa 4600 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen. Dies entspricht der Strommenge, die im Durchschnitt eine vierköpfige Familie im Jahr verbraucht.

Die Sonne ist eine der wichtigsten Quellen für die Produktion von Ökostrom und zur Vermeidung des klimaschädlichen Kohlendioxids. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind bundesweit etwa 2,6 Millionen Photovoltaikanlagen in Betrieb, die für etwa 13 Prozent der Stromproduktion sorgen. Kleinstanlagen wie Balkonkraftwerke werden nicht erfasst.

© dpa
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