Campen am Strand: Regenbogencamp Prerow soll kleiner werden

Nur ein Steinwurf bis zur Ostsee, nachts rauschen die Wellen, der Wohnwagen steht in den Dünen - in Prerow ist das möglich. Ein Teil des Regenbogencamps wird aber geräumt und der Natur zurückgegeben.
Im "Areal I" der Ferienanlage Regenbogencamp stehen Wohnwagen und Zelte in den Dünen. © Bernd Wüstneck/dpa

75 Dauercamper müssen bis zum Jahresende ihren Stellplatz in der Ferienanlage Regenbogencamp am Strand von Prerow räumen. Die Fläche liegt im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft auf der Ostseehalbinsel Darß. Das Unternehmen Regenbogen AG nimmt auch die anderen Dauercamperplätze in der 1991 gegründeten Anlage unter die Lupe und prüft, ob sie «nationalparkkonform» sind. Deshalb erhielten zunächst alle 423 Dauercamper eine Kündigung.

Hintergrund ist ein Eigentümerwechsel im März dieses Jahres, als die landeseigene Stiftung für Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern einen Großteil der Flächen vom Bund erwarb. «Durch die intensive Nutzung kam es leider zu Beeinträchtigungen der in Anspruch genommenen Biotope», hieß es damals aus dem Umweltministerium in Schwerin zur Begründung.

«Es geht uns nicht darum, einen Campingplatz verschwinden zu lassen, sondern darum, den Campingplatz kleiner zu machen und ihn am Rande und im Nationalpark so zu betreiben, wie es zum Sinn und Zweck eines Nationalparks passt», erläuterte Stiftungsgeschäftsführer Björn Schwake. An die am 31. Dezember auslaufende Frist sei die Stiftung vertraglich gebunden, bei Verstoß fielen Strafzahlungen an den Bund an.

Sollte es «vereinzelte Härtefälle» geben, die diese Frist nicht einhalten könnten, werde sich die Stiftung beim Bund dafür einsetzen, dass diese Fälle noch mal bewertet würden und die Strafzahlung nicht sofort einsetze. «Unsere Stiftung wird kein Spielverderber sein, wenn es uns selber möglich ist. Wir haben aber einen Kaufvertrag, in dem diese Fristen benannt und strafzahlungsbewährt sind.»

Für die in Frankfurt notierte Regenbogen AG war das Camp Prerow 1991 das Start-Projekt. «Hier hat alles begonnen», sagt Unternehmenssprecherin Stina Klingbiel. Mittlerweile besteht das Portfolio aus 15 Ferienanlagen in Deutschland. «Den Erwerb bzw. die Übernahme von Camping-Anlagen in besonderen Naturlagen (naturnahes Camping im gehobenen Segment)» - so lautet der Geschäftszweck.

Für Prerow trifft das sicher zu, denn die 44 Hektar große Ferienanlage erstreckt sich über zweieinhalb Kilometer an einem Traumstrand. Bis zum Schluss habe man in den Gesprächen gehofft, dass es doch noch eine andere Option gebe. «Es gibt diese Option nicht, wir müssen das Areal I räumen. Auch uns schmerzt das», so Klingbiel. Den Dauercampern auf der rund 15.000 Quadratmeter großen Fläche soll möglichst ein anderes Angebot gemacht werden in den Arealen A-H.

Durch eine Begehung sollen zunächst alle Dauercampingstellplätze daraufhin überprüft werden, ob sie die Vorgaben für einen Nationalpark einhalten. Dabei gehe es etwa um die Art der Einfriedung um den Wohnwagen oder die Verwendung von Materialien, wie Plastik, die im Nationalpark nicht erlaubt seien. Stiftung und Betreiber wollen gemeinsam Wege suchen, die die Belange des Nationalparks und des Tourismus zusammenbringen.

«Dann wird man schauen, ob unsere und seine Vorstellungen übereinander passen», so Stiftungsgeschäftsführer Schwake, der aber auch auf die Regeln im Kaufvertrag verweist. Danach ist das «Areal I» zu schließen, dann soll ein weiteres Areal um die Hälfte der Stellplätze reduziert und in zehn Jahren ein weiteres Areal geschlossen werden. Grob gerechnet sollten von den insgesamt 1200 Camping-Stellplatzen 800 bleiben. «Und die sollen Bestand haben», so Schwake.

© dpa
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