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Erste Schritte: Gerechtere Verteilung der Stromnetzkosten

Der Ausbau der Ökostrom-Produktion hat für Verbraucher im Norden einen Pferdefuß: Hohe Investitionen in die Einspeisenetze treiben die Strompreise hoch. Nun sollen die Lasten gerechter verteilt werden.
Steckdose
Der eingeschaltete Schutzschalter einer Mehrfachsteckdose leuchtet rot. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Nach langem Ringen zeichnet sich für Stromkunden im Norden ein Ende der Benachteiligung durch besonders hohe Netzentgelte ab. Die Bundesnetzagentur legte am Freitag in Berlin ein Eckpunktepapier vor, nach dem Haushalte und Unternehmen in Regionen mit einem starken Ausbau von Wind- und Solarstromanlagen entlastet werden sollen. Die dort höheren Kosten für den Netzausbau sollen künftig auf alle Stromverbraucher in Deutschland umgelegt werden. Alle Erwartungen Mecklenburg-Vorpommerns werden damit allerdings nicht erfüllt.

Nach den Worten von Energieminister Reinhard Meyer (SPD) kommt die Netzagentur nun in Teilen einer vom Land schon seit langem erhobenen Forderung nach. Regionen mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien dürften nicht weiter benachteiligt werden. «Mir geht es um eine faire Verteilung der Kosten», betonte Meyer. Die jetzt vorgelegte Regelung können aber nur ein erster Schritt sein. «Wir hätten uns eine höhere Entlastung gewünscht. Jetzt gilt es, das Modell der Bundesnetzagentur konkret zu bewerten und gegebenenfalls weiterzuentwickeln», erklärte Meyer.

Auch der Landesverband Erneuerbare Energien äußerte sich zurückhaltend. Zwar gehe der Vorschlag in die richtige Richtung und führe im Nordosten zu einer Entlastung bei den Stromkosten. «Der aus unserer Sicht sehr einfache Vorschlag, so wie bei Übertragungsnetzen auch die Verteilnetzentgelte bundesweit zu wälzen, wurde leider nicht aufgegriffen», bedauerte Verbandschef Johann-Georg Jaeger. Somit sei auch nicht damit zu rechnen, dass die Netzentgelte in Windkraft-Regionen künftig günstiger als in anderen Regionen würden. «Das hätte zur Folge gehabt, dass Großstromverbraucher in Richtung der Erneuerbaren-Stromerzeugung nach Mecklenburg-Vorpommern gewandert wären», erklärte Jaeger mit Blick auf die in Mecklenburg-Vorpommerns nach wie vor schwach entwickelte Industrie.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hannes Damm sprach von einer guten Nachricht für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern. Durch die angekündigte Reform würden die Netzentgelte im Nordosten künftig voraussichtlich um drei bis vier Cent pro Kilowattstunde sinken. «Für einen typischen Haushalt mit vier Personen und einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet das eine Ersparnis von etwa 120 Euro - jedes Jahr», rechnete Damm vor.

Unklar ist aber, inwieweit sich diese Reduzierung auch effektiv auf die Stromrechnung niederschlägt. Nach Angaben der IHK in Schwerin haben die regionalen Netzbetreiber für 2024 bereits einen weiteren Anstieg der Netzentgelte angekündigt. Diese sind Bestandteil des Strompreises und machen nach Branchenangaben etwa 20 Prozent aus.

In Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein oder Brandenburg liegen die Netzentgelte infolge der hohen Investitionen für den Ausbau des Leitungsnetzes zur Einspeisung von Wind- und Sonnenstrom deutlich höher als etwa im Süden Deutschlands. Das hatte auch dazu geführt, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für den Bau neuer Windparks geschwunden ist. Laut Netzagentur betragen die Entgelte in einigen Netzgebieten bis zu 15 Cent je Kilowattstunde. Es gibt auch Regionen, in denen sie unter 5 Cent liegen.

«Die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe, und Investitionen in die Netze kommen allen zugute. Wir wollen eine gerechtere Verteilung der Kosten erreichen», sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Die Behörde stellt ihren Vorschlag jetzt zur Diskussion. In einem mehrstufigen Verfahren erarbeitet sie dann die endgültige Regelung. Sie soll frühestens am 1. Januar 2025 in Kraft treten.

© dpa
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