Verband: Zoos seit drei Jahren im Dauerkrisenmodus

Die Energiekrise setzt auch Zoos und Tiergärten im Nordosten zu. Vor allem kleine Anlagen haben zu kämpfen. Doch der Verband will in schweren Zeiten auch Zeichen für die Zukunft setzen.
Leipzigs Zoodirektor Jörg Junhold in Gondwanaland. © Heiko Rebsch/dpa

Zoos, Aquarien und Tiergärten in Mecklenburg-Vorpommern sehen sich angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der Energiekrise in der Verantwortung, noch ressourcensparender und zukunftsweisender zu arbeiten. «Wir wollen auch für unsere Besucher beispielgebend und sinnstiftend sein. Zoos wollen Botschafter und Vorreiter für den Klimaschutz und die Energiewende sein», gab der Vorsitzende des Landeszooverbands, Tim Schikora, bei der Jahrestagung des Verbands in Rostock den Kurs vor.

Die Zoos würden die Klimaschutzbemühungen des Landes unterstützen. Themen wie die Nutzung alternativer Energiequellen, aber auch Müllvermeidung, Regenwasserrückgewinnung und die Unterstützung regionaler Versorgungskreisläufe seien für die Zoos aktueller denn je, betonte Schikora, der auch Direktor und Geschäftsführer des Zoologischen Gartens in Schwerin ist.

Der Biologe verwies am Freitag im Rostocker Zoo aber auch auf die Schwierigkeiten nicht zuletzt durch die Folgen der Corona-Pandemie, die exorbitant gestiegenen Energiepreise und die hohe Inflation: «Seit drei Jahren befinden wir uns im Dauerkrisenmodus, der vor allem kleinere Einrichtungen in der Existenz bedroht.»

Jörn Mothes, Abteilungsleiter Klimaschutz, Naturschutz und Forsten im Umweltministerium MV, unterstrich die Rolle der Zoos, Tiergärten und Aquarien in MV. «Zoos können bildhaft und nachvollziehbar darstellen, was der Klimawandel mit den Lebensräumen der Tiere macht, wie sich beispielsweise Dürre und Wassermangel auswirken. Sie treffen bei ihren Gästen auf ein neugieriges, offenes Publikum», betonte er.

Der Rostocker Zoo ist der größte in Mecklenburg-Vorpommern. Dort leben rund 4500 Tiere. Auch dort überprüft man aufgrund der Energiekrise erneut die einzelnen Bereiche auf Energiesparpotenziale. Kurzfristig wurden die Temperaturen in den Tierhäusern auf die Mindestanforderungen gesenkt. Gleiches gilt für das Verwaltungsgebäude, den Besucherbereich und WC-Anlagen.

Im Rostocker Zoo sind das Darwineum mit der 4000 Quadratmeter großen Tropenhalle und das Polarium (12.500 Quadratmeter) die stärksten Energieverbraucher. Geheizt wird vor allem mit Fernwärme der Stadtwerke Rostock; Strom wird nur punktuell etwa für Wärmelampen in Terrarien eingesetzt.

Allein bei der Wärmeversorgung fallen 2022 insgesamt Kosten von 500 000 Euro für Fernwärme und Gas an, wie Zoo-Direktorin Antje Angeli kürzlich auf Anfrage mitgeteilt hatte. Die Jahresplanung 2023 enthält als Vorsichtsmaßnahme eine Kostensteigerung von 30 Prozent für die Wärmeversorgung.

In dem 2007 gegründeten Landeszooverband sind nach eigenen Angaben 20 Einrichtungen zusammengeschlossen. Etwa drei Millionen Menschen besuchen pro Jahr die Anlagen. Die Zoos haben eine Fläche von 520 Hektar und nehmen an Zuchtprogrammen für insgesamt 103 verschiedene Tierarten teil.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
1. bundesliga
19. Spieltag: West-Duell auf bescheidenem Niveau: Schalke 0:0 in Gladbach
People news
Theater: Regisseur Flimm gestorben - Scholz würdigt Zuversicht
Musik news
Schlagerstar: Ikke Hüftgold fährt mit zum deutschen ESC-Vorentscheid
Musik news
The Candle And The Flame: Familienprojekt: Robert Forster meldet sich zurück
Das beste netz deutschlands
Featured: MacBook Pro 2024: Das ist zum neuen Modell bekannt
Handy ratgeber & tests
Featured: Galaxy S23 vs. iPhone 14: Die Top-Handys 2023 im Vergleich
Das beste netz deutschlands
Featured: BreatheSmart: So können WLAN-Router Atmung überwachen
Reise
Reisenews: Great Lakes mit dem Boot, Aborigines und Bahnvisionen