Ökostrom-Verband erwartet breite Front für Windkraftausbau

18.04.2022 Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine strebt Deutschland stärker denn je eine eigenständige Energieversorgung an. Der Landesverband für Erneuerbare Energien MV hat klare Vorstellungen dazu und stellt Forderungen an die Politik.

Farbenprächtig leuchtet der Morgenhimmel hinter Windenergieanlagen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Der Landesverband für Erneuerbare Energien (LEE) Mecklenburg-Vorpommerns erwartet von den norddeutschen Länderchefs ein deutliches Bekenntnis zum Ausbau der Ökostrom-Produktion. Zugleich fordert er ein klares Nein zur Gasförderung in Deutschland mittels Fracking, wie es der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ins Spiel brachte. «Russisches Erdgas braucht ganz klar kurzfristige Ersatzkapazitäten. Dazu gehört aber definitiv kein Gasfracking in Deutschland, das erhebliche Umweltprobleme mit sich bringen würde», betonte Landesverbandschef Johann-Georg Jaeger in Schwerin.

Statt untaugliche Fördertechnologien für fossile Brennstoffe aus der Mottenkiste zu ziehen, gelte es in Deutschland mit ganzer Kraft den notwendigen Umstieg auf die erneuerbaren Energien anzugehen. Der Norden sei insbesondere bei der Nutzung der Windkraft dem Süden weit voraus, könne und müsse aber weitere Impulse setzen, mahnte Jaeger vor dem für Donnerstag geplanten Treffen der Regierungschefs der norddeutschen Länder in Kiel. Auf der Tagesordnung der turnusmäßigen Beratungen steht dieses Mal auch wieder die Zusammenarbeit beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Zuletzt war der Bau neuer Windräder auf See und an Land ins Stocken geraten, der Zubau 2021 auch in Mecklenburg-Vorpommern nur noch marginal.

«Wir halten den Ausbau der Windkraft in ganz Deutschland für eines der zentralen Projekte der Energiewende und fordern alle Beteiligten - von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern - dazu auf, zwei Prozent der Landesflächen für Windkraftnutzung und ein Prozent für Photovoltaik zur Verfügung zu stellen», sagte Jaeger. Die Politik müsse für langfristige Planbarkeit sorgen, damit Unternehmen Sicherheit für Auftragseingänge hätten. Genehmigungsverfahren müssten deutlich beschleunigt, der Bau von Stromtrassen nach Süddeutschland zügiger realisiert werden.

Jaeger forderte zudem bundeseinheitliche Netzentgelte, damit die Kosten des notwendigen Netzausbaus fair verteilt würden. Bislang liegen die Entgelte im Norden deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Branchenangaben zufolge zahlte im Vorjahr eine vierköpfige Familie in Mecklenburg-Vorpommern etwa ein Drittel mehr an Netzentgelten als eine Familie in Bayern. Noch höher lag die Abgabe in Schleswig-Holstein.

Auch als Reaktion auf die Versorgungsprobleme infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine intensiviert die Bundesregierung ihre Bemühungen, durch die verstärkte Nutzung von Wind und Sonne die Abhängigkeit vom Import fossiler Brennstoffe zu verringern. Den Plänen zufolge soll Deutschland seinen Strom bis 2030 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen, ab 2035 zu fast 100 Prozent. Aktuell liegt Deutschland nach Branchenangaben bei 42 Prozent.

Bis 2030 soll sich die Leistung der Offshore-Windparks von derzeit knapp 8 auf 30 Gigawatt erhöhen. Die Windräder an Land sollen statt jetzt 56 Gigawatt in acht Jahren eine Gesamtkapazität von 115 Gigawatt erreichen. Die wesentlichen Hemmnisse, wie zum Beispiel eine mangelnde Ausweisung von Flächen für Windparks, will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im nächsten großen Gesetzespaket, dem «Sommerpaket», angehen.

© dpa

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