Dritter Anlauf: «Gorch Fock 1» auf Stralsunder Werft verlegt

Die «Gorch Fock 1» - ein Schwesterschiff des derzeitigen Segelschulschiffs der Deutschen Marine - soll in der Werft eine Verjüngungskur erhalten. Die Verlegung brauchte drei Anläufe.
Ehemaliges Segelschulschiff «Gorch Fock 1»
Das ehemalige Segelschulschiff «Gorch Fock 1». © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Im dritten Anlauf hat es geklappt - das ehemalige Segelschulschiff «Gorch Fock 1» ist in Stralsund für umfangreiche Reparaturen vom Stadthafen in die Werft geschleppt worden. Nach der Passage der Rügenbrücke und der Zugbrücke des Rügendamms erreichte der 90 Jahre alte Segler am Dienstagvormittag den Schiffslift der Volkswerft. Dieser gehört laut Stadt zu den wenigen Anlagen entsprechender Größe in Europa und sollte die Dreimastbark noch am selben Tag aus dem Wasser holen.

Es gehe darum, die Schwimmfähigkeit für die kommenden 25 Jahre, die Sicherheit der Takelage und den Brandschutz sicherzustellen, sagte Peter Fürst, der das Projekt für die Stadt betreut. Stralsund hatte das Schiff übernommen und die Arbeiten beauftragt, die bis zum Ende des Jahres dauern sollen.

Insgesamt stehen mehr als zehn Millionen Euro zur Verfügung. Davon sind 9,5 Millionen Euro Fördermittel von EU, Bund und Land sowie der Eigenanteil der Kommune, der wiederum komplett vom vorherigen Eigner, dem Verein Tall-Ship Friends, übernommen wurde. Der Verein soll das Schiff auch künftig als Museumsschiff in Stralsund betreiben.

Eigentlich war die Verlegung schon vergangene Woche geplant. Erst gab es allerdings zu viel Wind. Dann stand das Wasser zu hoch, so dass nicht genug Platz zwischen Mast und Rügenbrücke gewesen wäre. Laut Stadt ist es nach 2003 und 2018 das dritte Mal, dass das Schiff in die Stralsunder Werft kommt.

Die mehr als 82 Meter lange «Gorch Fock 1» wurde nach Angaben des Fördervereins 1933 in Hamburg bei Blohm+Voss in nur 100 Tagen gebaut und segelte unter deutscher, sowjetischer und ukrainischer Flagge. Tall-Ship Friends kaufte das Schiff 2003 vom ukrainischen Bildungsministerium und holte es nach Stralsund, damals unter dem Namen «Towarischtsch» (Genosse). Im Anschluss wurde das Schiff wieder auf den Namen «Gorch Fock» getauft. Dieser geht auf den gleichnamigen Schriftsteller zurück.

Das Schiff begründete eine Schiffsklasse, die insgesamt sechs Schiffe umfasste, darunter auch das jüngste 1958 gebaute Schwesterschiff und derzeitige Segelschulschiff der Deutschen Marine, das ebenfalls den Namen «Gorch Fock» trägt.

Der Zuschlag für die Instandsetzung ging an die Stralsunder Tochter des norwegischen Schiffbauers Fosen Yard. Die Arbeiten sollen in der großen Schiffbauhalle erfolgen, die die Norweger gepachtet haben.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt die Stralsunder Werft von der insolventen MV-Werften-Gruppe übernommen, um einen Gewerbepark zu entwickeln, der mittlerweile mehrere Ansiedlungen verzeichnet. Fosen war einer der ersten Pächter, hatte aber bis auf die Instandsetzung und Wartung einer Hochgeschwindigkeitsfähre bis zuletzt keine bekannten Aufträge.

Der Förderverein wünscht sich, dass das Schiff irgendwann auch wieder segelt. Dafür sind allerdings weitere Arbeiten notwendig, deren Finanzierung noch geklärt werden müsste.

© dpa
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