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Drese: Hilfen für ländliche Regionen bei Krankenhaus-Reform

Viele Kliniken in Deutschland schreiben rote Zahlen. Eine umfassende Krankenhausreform soll mittelfristig Abhilfe schaffen. Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese dringt dabei darauf, dass Kliniken auch auf dem Lande überleben.
Krankenhaus
Ein Hinweisschild mit der Aufschrift «Krankenhaus» weist den Weg zur Klinik. © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild

Der Kostendruck auf die Kliniken und der Anspruch einer möglichst flächendeckenden medizinischen Versorgung machen nach Überzeugung von Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) Reformen unumgänglich. «Wir brauchen verstärkte regionale Kooperationen, eine Verzahnung von stationären und ambulanten Angeboten und eine Konzentration auf die vor allem in der Fläche wichtige Grundversorgung», sagte Drese am Dienstag in Schwerin.

In den zurückliegenden Wochen habe sie bei Regionalkonferenzen mit Klinikleitungen, Ärzten und Pflegepersonal aus allen 37 Krankenhäusern im Land über die vom Bund geplante Krankenhausreform gesprochen. Diese Treffen seien eine hervorragende Möglichkeit gewesen, um Transparenz zu schaffen und zugleich die Pläne mit der gelebten Praxis abzugleichen. Die vorgetragenen Hinweise und Vorstellungen zur Reform werde sie nun als Mitglied der Redaktionsgruppe mit nach Berlin nehmen, kündigte Drese an.

Ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Neugestaltung des Gesundheitswesens sei der Bürokratieabbau. Zudem müsse die Finanzierung kleiner Krankenhäuser im ländlichen Raum dauerhaft und verlässlich geregelt werden.

Neben drei Amtskollegen aus dem Westen ist Drese nach eigenen Angaben die einzige Ressortchefin aus einem ostdeutschen Bundesland, die am Gesetzentwurf für die Krankenhausreform mitarbeitet. «Wir brauchen diese Reform, um unser hohes Versorgungsniveau halten zu können», betonte Drese. Dabei müssten aber die unterschiedlichen Bedingungen etwa in Stadtstaaten oder Flächenländern beachtet werden.

Mecklenburg-Vorpommern habe im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern schon Anfang der 1990er Jahre strukturelle Veränderungen vorgenommen. Von ehemals 55 Krankenhäusern gebe es nun noch 37, von 19 000 Betten noch etwa 10 000. Weitere Schließungen seien ohne Abstriche an der Versorgungssicherheit aber nicht möglich. «Wir brauchen hier im Land jedes unserer Krankenhäuser», betonte Drese, mahnte aber zugleich deren Bereitschaft zu Kooperationen an. Die immer schwierigere Finanzlage habe die Bereitschaft dazu wachsen lassen, führte die Ministerin als eine Erfahrung aus den vier Regionalkonferenzen an.

Krankenhausgesellschaft: Millionen Euro fehlen

Die 1,5 Milliarden Euro, die die Krankenkassen an die Kliniken im Land jährlich entrichten, reichen nach Angaben des Geschäftsführers der Krankenhausgesellschaft MV, Uwe Borchmann, bei weitem nicht mehr aus, um die aktuellen Kosten zu decken. Je nach Berechnung fehlten 60 Millionen bis 150 Millionen Euro. Als Gründe für die erhebliche Finanzlücke nannte Borchmann drastisch gestiegene Energie-, Material- und Personalkosten sowie Mindereinnahmen durch gesunkene Fallzahlen.

Die bevorstehende Krankenhausreform, die frühestens ab 2026 greife, löse dieses Problem nicht. Deshalb seien kurzfristig Neuregelungen erforderlich, die die Liquidität der Kliniken wieder herstellten. «Wenn das nicht kommt, wird nicht mehr so viel übrig bleiben, was reformiert werden kann», warnte Borchmann.

Die Krankenkassen dringen seit langem auf Änderungen in der Krankenhauslandschaft. «Der Systemumbau sollte nicht als notwendiges Übel, sondern vor allem als Chance begriffen werden», sagte Barmer-Landeschef Henning Kutzbach. Es gebe nur begrenzte personelle, strukturelle und finanzielle Ressourcen, und diese müssten im Sinne der Patientinnen und Patienten sinnvoll eingesetzt werden.

Nach Einschätzung Kutzbachs ist Mecklenburg-Vorpommern bereits einen guten Weg gegangen, indem die 37 Krankenhausstandorte stabilisiert worden seien. Um das Reformziel jedoch zu erreichen, müssten die Krankenhäuser nun Leistungsgruppen zugeteilt werden, die streng an klar definierte und bundeseinheitliche Qualitätskriterien gekoppelt sind. Ausnahmen gelte es auf ein absolutes Minimum zu begrenzen, forderte Kutzbach.

© dpa
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