Über 11.000 Menschen bei Protesten gegen Energiepolitik

Die Zahl der Protestteilnehmer gegen die Energiepolitik bleibt im Nordosten konstant. Am Montag wurden wieder mehr als 11.000 Menschen gezählt, davon die meisten in Westmecklenburg.
Teilnehmer einer Demonstration laufen am Abend durch die Innenstadt. © Thomas Schulz/dpa-Zentralbild/dpa

In Mecklenburg-Vorpommern haben am Montag erneut Tausende Menschen gegen die bisherige Energiepolitik des Bundes und die Folgen für Verbraucher und Firmen demonstriert. Wie Polizeisprecher sagten, kamen nach bisherigen Zählungen an etwa 20 Orten zwischen Schwerin, Wismar, Güstrow, Neubrandenburg und Pasewalk mehr als 11.000 Demonstranten für solche Proteste zusammen, davon rund 4500 Menschen in Schwerin. In einige Orten liefen die Aktionen am Abend noch, Vorkommnisse gab es laut Polizei bisher nicht.

In Schwerin forderten Redner unter anderem eine Rücknahme der Sanktionen gegen Russland, die wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine erfolgt waren, und eine Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2. Auch ein Ende der Waffenlieferungen an die Ukraine und Verhandlungen mit Russland wurden verlangt. Den meisten Applaus bekam aber die Forderung nach einem Rücktritt von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

In Neubrandenburg wurde ein Energiepreisdeckel gefordert und Demonstranten hielten Schilder hoch, auf denen ebenfalls die Forderung nach einem generellen Ende von Waffenlieferungen stand. Im Vergleich zur Vorwoche waren mehr Deutschland-Fahnen zu sehen. Hier zogen rund 670 Menschen durch die Stadt, außerdem wurden in Wismar und Parchim erneut jeweils mehr als 1000 Protestteilnehmer gezählt. 

Weitere Proteste wurden unter anderem aus Ludwigslust, Güstrow, Waren, Neustrelitz und Pasewalk gemeldet. In Rostock gab es - wie in den Vorwochen - mehrere Protestaktionen, wovon sich eine speziell gegen die Energiepolitik richtete, zu der mehrere Hundert Menschen kamen. Erst am Sonntagabend hatten mehrere Tausend Menschen in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) gegen die bisher vom Bund geplante Gasumlage zum 1. Oktober demonstriert. 

© dpa
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