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Dehoga: Wir werden viel Gastronomie in MV verlieren

Die Gastronomie-Branche ist im Dauerkrisen-Modus. Corona-Pandemie, Energiekrise, Inflation, Arbeitskräftemangel und jetzt das Auslaufen der Mehrwertsteuervergünstigung. Viele Betriebe werden das nicht schaffen, warnt der Fachverband Dehoga.
Geschlossenes Restaurant
Hinweisschild in einem geschlossenen Restaurant. © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Mecklenburg-Vorpommern sieht mit großer Sorge auf das Jahr 2024. «Das wird ein sehr hartes und ein sehr unsicheres Jahr», sagte Verbandspräsident Lars Schwarz der Deutschen Presse-Agentur. Die Branche stehe vor einem ganzen Bündel großer Herausforderungen. «Wir werden deutlich Sand im Getriebe haben. Betriebe, die das jetzt noch gut geschafft haben, werden es nicht mehr schaffen, die werden wir verlieren», so Schwarz, der in Gnoien selbst ein Restaurant betreibt.

Zum 1. Januar gilt auf Speisen in der Gastronomie wieder der alte Steuersatz von 19 Prozent, der in der Pandemie auf 7 Prozent gesenkt worden war, um die Branche zu unterstützen. Wegen der Energiekrise war die Regelung bis Ende dieses Jahres verlängert worden.

Diese Kostensteigerung würden viele Restaurants direkt an die Gäste weitergeben müssen, die aber dann wegen der eigenen knappen Haushaltslage Umfragen zufolge eher auf Restaurantbesuche verzichten würden. «Das ist ein Warnsignal», so Schwarz, der in der Gastronomie mit Preissteigerungen von 10 bis 15 Prozent oder mehr rechnet.

23 von 27 EU-Ländern haben nach Angaben des Dehoga-Präsidenten in Mecklenburg-Vorpommern einen geminderten Steuersatz auf Speisen in der Gastronomie. Deutschland gehöre noch dazu, mache aber jetzt die Rolle rückwärts, was auch Wettbewerbsnachteile mit sich bringe, sagte Schwarz mit Blick auf grenznahe Gebiete zu Polen.

Die zum 1. Dezember erfolgte Anhebung der Maut für schwere Lkw belaste die Gastronomie durch gestiegene Preise der Spediteure ebenfalls. Und auch der Anstieg des Mindestlohnes zum 1. Januar auf 12,41 Euro je Stunde und die weitere Anhebung auf 12,82 Euro ein Jahr später spiele eine deutliche Rolle. «Es geht nicht nur um die Mindestlohnanhebung, sondern um das Lohnabstandsgebot. Letztlich schraubt sich das ganze Gehaltsgefüge nach oben.»

Viele Betriebe hätten Anfragen auch von geflüchteten Menschen, die aber weder deutsch noch englisch sprächen. «Wir würden sie trotzdem nehmen. Aber das geht bei einem Mindestlohn von 12,41 Euro und mehr nicht mehr», betonte Schwarz. «Das wird nicht mehr erwirtschaftbar sein.» Die Gastronomie-Branche im Bundesland habe durch die Pandemie von 2020 bis noch in dieses Jahr hinein nach seiner Schätzung rund 25 Prozent der Betriebe verloren. «Das wird sich fortsetzen. Die Kostensteigerungen gehen weiter. Da ist kein Ende in Sicht.»

© dpa
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