Zinsentwicklung beeinflusst Baukreditnachfrage

Die Trendwende am Geldmarkt hat die Nachfrage nach Krediten für den Hausbau oder -kauf weiter belebt. Das bekam auch die Commerzbank zu spüren. Nach einem radikalen Umbau sieht sich das Institut wieder auf Kurs. Für Unsicherheit sorgt allerdings der Ukraine-Krieg.
Blick auf den Schriftzug «Commerzbank» und das Logo auf einem Schild in Frankfurt/Main. © Sebastian Christoph Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Zinswende hin zu teureren Darlehen hat die Kreditnachfrage vor allem auch in der Baufinanzierung deutlich erhöht. «Wir beraten derzeit viele Kunden, die sich die aktuellen Zinsen sichern wollen, zu passenden
Anschlussfinanzierungen oder Bausparverträgen», sagte der Rostocker Commerzbank-Niederlassungsleiter Christoph Grunow am Mittwoch. Im ersten Halbjahr habe die Bank in Mecklenburg-Vorpommern ihr Bestandsvolumen bei Immobilienfinanzierungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent auf 981 Millionen Euro erhöht.

In den Beratungsgesprächen werde zudem deutlich, dass mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei den Energiepreisen das Thema Nachhaltigkeit stark an Bedeutung gewinne. «Dies fördern wir mit der "grünen Baufinanzierung", die einen Zinsrabatt für Energieeffizienz bietet», erklärte Grunow.

Die Lage am Energiemarkt sowie Materialengpässe infolge von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg beeinflussen auch das Bankgeschäft mit Firmenkunden. Da verschiedenste Rohstoffe und Produkte betroffen seien, wirke sich dies auf viele Geschäftsmodelle aus. Vielfach stockten Unternehmen im Nordosten vorsorglich ihre Lagerkapazitäten auf. Auch das habe eine höhere Kreditnachfrage zur Folge, hieß es.

Nach eigenen Angaben betreut die Commerzbank in Mecklenburg-Vorpommern rund 106.000 Privat- und Unternehmerkunden sowie etwa 600 Firmenkunden mit einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro und mehr.

Insgesamt sieht sich die Commerzbank nach einem unerwartet guten ersten Halbjahr auf Kurs zu ihrem geplanten Milliardengewinn für 2022. «Die starke Ergebnisentwicklung zeigt, dass unsere Strategie 2024 auch in einer Phase niedrigen Wirtschaftswachstums greift», sagte Vorstandschef Manfred Knof am Mittwoch. Damit der Gewinn in diesem Jahr die Marke von einer Milliarde Euro wie geplant überspringt, dürfe sich jedoch die Konjunktur nicht noch deutlicher verschlechtern, sagte Finanzchefin Bettina Orlopp. Ein großer Unsicherheitsfaktor bleibe in diesem Zusammenhang die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Gas.

Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen durch den Ukraine-Krieg verdiente die Commerzbank in den ersten sechs Monaten 768 Millionen Euro. Belastungen im Zusammenhang mit dem russischen Krieg in der Ukraine summierten sich den Angaben zufolge auf 228 Millionen Euro. Diese würden größtenteils von der dafür gebildeten Rückstellung abgedeckt. Die Bank reduzierte ihre Russland-Risiken bis Mitte Juli der Mitteilung zufolge um 45 Prozent auf netto 1,02 Milliarden Euro.

© dpa
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