MV führt Sprach-Kitas auf eigene Kosten fort

Der monatelange Streit zwischen Bund und Ländern um die Zukunft der Sprach-Kitas ist für Mecklenburg-Vorpommern beigelegt. Das Bildungsministerium in Schwerin gab am Mittwoch bekannt, die Förderung der Sprach-Kitas künftig mit Landesmitteln abzusichern.
Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor.. © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration

Das Bundesfamilienministerium hatte sich lediglich bereit erklärt, das Projekt nach dem Auslaufen der vereinbarten Zeit Ende 2022 noch ein halbes Jahr übergangsweise weiter zu finanzieren. Die Länder wollten die Förderung nicht übernehmen und sahen den Bund auch über Mitte 2023 hinaus in der Pflicht. Das lehnte Berlin ab. Die Förderung der rund 140 Kitas in MV, in denen Kinder mit entsprechendem Bedarf besonders beim Spracherwerb unterstützt werden, betrug den Angaben des Schweriner Ministeriums zufolge bislang über fünf Millionen Euro.

Die Erziehergewerkschaft GEW bezeichnete die Entscheidung als gutes Signal für die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen. Dennoch bleibe eine Unsicherheit, kritisierte die Landesvorsitzende Annett Lindner. «Noch wissen die Einrichtungen nicht abschließend, ob das Programm auch im vollen bisherigen Umfang weitergeführt wird.» Es gehe um Personalstellen und die zusätzliche Ausstattung mit Sachmitteln, die mindestens ebenso wichtig sei. «Beides muss Bestand haben und dies auch über das Jahr 2023 hinaus», forderte Lindner. Aus dem Ministerium hieß es dazu, über die genaue Ausgestaltung sei das Ministerium im Expertenrat Sprach-Kitas im Gespräch mit den Leitungen der Einrichtungen.

Auch aus der Opposition kam Zustimmung: «Es ist eine gute Nachricht, dass Mecklenburg-Vorpommern hier nun vorangeht und somit das sehr gute Projekt «Sprach-Kitas» langfristig absichert», sagte die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Sabine Enseleit. Eine Übernahme der Finanzierung durch die Länder sei von Anfang an so gedacht gewesen.

© dpa
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