Weihnachtsmärkte trotz Energiekrise: Eisbahnen in Frage

Die Weihnachtsmärkte in Mecklenburg-Vorpommern sollen dieses Jahr stattfinden, betonen Kommunen. Allerdings könnte es sein, dass Eisbahnen, die als Stromfresser gelten, gestrichen werden. In Wismar ist diese Entscheidung bereits gefallen.
Nach der Eröffnung des Weihnachtsmarkts sind Besucher auf dem Neuen Markt unterwegs. © Bernd Wüstneck/dpa/Archivbild

Nach zwei Corona-Jahren ohne richtige Weihnachtsmärkte im Nordosten soll es dieses Jahr in der Adventszeit wieder glitzern und nach Zuckerwatte und Glühwein duften - trotz Energiekrise. Die Schausteller sind gebucht und haben bisher auch keine Absagen bekommen, wie der Vorsitzende des Landesverbandes der Branche, Lothar Welte, der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Auch die Städte betonen, wie wichtig die Weihnachtsmärkte sind. «Je düsterer die Zeiten, umso größer das Bedürfnis der Menschen nach Licht und Wärme», sagte Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU). «Solange die Gesetze und Verordnungen es erlauben, werde ich meinen Stralsunderinnen und Stralsundern dieses Licht und Beisammensein nicht wegnehmen.» Allerdings könne niemand die Lage im Dezember vorhersehen. Auch Rostocks Vize-OB Chris von Wrycz Rekowski (SPD) unterstrich die soziale Bedeutung. Der Weihnachtsmarkt sei ein Ort der Zusammenkunft, der Familienzeit im Vorweihnachtstrubel und des sozialen Erlebens, was in den letzten zwei Jahren viel zu kurz gekommen sei, erklärte er.

Die bisherigen Erfahrungen in diesem Jahr auf den Volksfesten, die endlich wieder ohne Einschränkungen stattfinden könnten, seien äußerst gut, berichtete Welte. «Die Besucher sind da.» So viel Danke wie in diesem Jahr hätten seine Kolleginnen und Kollegen noch nie gehört. «Das ist Wahnsinn und ein sehr gutes Gefühl für uns.»

Befürchtungen, dass aufgrund der Energiekrise Weihnachtsmärkte abgesagt oder die Preise stark steigen könnten, trat Welte entgegen. Fast alle Buden und Fahrgeschäfte seien längst auf LED-Beleuchtung und sparsame, moderne Antriebe umgestellt, sagte er. Selbst ein Riesenrad verbrauche nicht allzu viel Strom. «Wenn die Menschen aufs Volksfest gehen und Karussell fahren, verbraucht das weniger Strom, als wenn sie alle zu Hause sitzen, den Fernseher anhaben und Playstation spielen.»

Mit stark steigenden Preisen an den Fahrgeschäften rechnet Welte auf den Weihnachtsmärkten 2022 nicht. Er selbst halte in seinem Autoscooter den Preis von 3,50 Euro je Fahrt seit 2019 stabil, sagte er. Die Masse der Besucher mache das Geschäft. Welte selbst wird auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt stehen, wie er sagte.

Als größte Energiefresser auf Weihnachtsmärkten gelten Eisbahnen. Diese stehen auch am ehesten in Frage. Der Betreiber der Eisbahn in Wismar hat bereits entschieden, sie in diesem Jahr nicht aufzubauen, wie er sagte. Anderswo steht die Entscheidung noch aus. Aus der Stadtverwaltung Stralsund hieß es, die Eisbahn mache drei Viertel der energetischen Gesamtkosten auf dem Weihnachtsmarkt aus.

Höhere Preise als früher könnte es an den Imbissständen geben. Welte verwies auf gestiegene Einkaufspreise für Öl und andere Zutaten. Er versicherte: «Alle sind bemüht, dass Volksfeste Volksfeste mit guten Preisen bleiben. Wenn wir die Leute verprellen, dann kommen sie nicht mehr.»

© dpa
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