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Aufräumen an der Ostseeküste: Schadensaufnahme in MV läuft

Gesunkene Schiffe, beschädigte Wege, an Stränden wurde Sand abgetragen: Nach der Ostsee-Sturmflut hat auch in Mecklenburg-Vorpommern das große Aufräumen begonnen. Vielerorts lassen sich die Schäden noch nicht genau beziffern.
Nach der Sturmflut an der Ostseeküste - Stahlbrode
Die Straße zur Fähre im Hafen von Stahlbrode ist nach der Sturmflut beschädigt. © Jens Büttner/dpa

Nach der Sturmflut an der Ostsee ist nach Angaben des Umweltministeriums die Aufnahme der Schäden angelaufen. Etwa 2000 Kilometer Küste müssten begutachtet werden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Eine erste Schadensbilanz will Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) bei der Kabinettssitzung am Dienstag vorlegen.

Die Sturmflut hatte Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende zwar nicht so stark getroffen wie das Nachbar-Bundesland Schleswig-Holstein, dennoch entstanden vor allem in den Küstenorten zum Teil erhebliche Schäden. Auch in Stahlbrode zwischen Stralsund und Greifswald sei am Morgen mit der Bestandsaufnahme begonnen worden, sagte Bürgermeister Thomas Pauketat (CDU). «Der Schaden geht wohl in die Millionen», schätzte er.

In dem kleinen Ort am Strelasund hatte das Wasser in der Nacht zu Samstag den Hafen überspült. Zwei gesunkene und ein gestrandetes Boot wurden bereits geborgen. Vor allem die Hafenanlagen wurden durch den Sturm beschädigt, am Fähranleger nach Rügen wurde die Pflasterdecke aufgerissen. Die Weiße Flotte als Betreiber der Rügen-Fähre zwischen Stahlbrode und Glewitz erklärte die Saison «aufgrund von massiven Sturmschäden» vorzeitig für beendet.

Landkreis begleitet Wiederaufbau in Vorpommern-Rügen

Der Promenadenweg in Sassnitz auf Rügen bleibt vorerst gesperrt. Die Schäden seien groß, teilte die Kommune mit. Die Wassermassen hätten große Teile des Wegs zerstört. Zudem müssten angeschwemmte Baumstämme, Treibholz und Steine beseitigt werden.

In der Gemeinde Wieck auf der Boddenseite der Halbinsel Darß, wo am Samstag ein Deich gebrochen war, habe sich die akute Lage etwas entspannt, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landkreises Vorpommern-Rügen. Einen Besuch von Minister Backhaus in Wieck habe man am Sonntag genutzt, um ihn über die aktuellen Problemlagen im Landkreis zu informieren.

Viele Wege in Nationalparks wieder frei

Auch in den Nationalparks an Mecklenburg-Vorpommerns Küsten sind nach dem Sturm Aufräumarbeiten angelaufen. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft seien einige Wege, Absperrungen und Besucherplattformen betroffen, teilte eine Parksprecherin mit. Ein aus Holzbohlen bestehender Teil des Rundwanderwegs Darßer Ort sei unterspült worden und bleibe vorerst gesperrt. Ein Strandaufgang am Nordstrand sei ebenfalls nicht passierbar, die meisten Wege aber wieder frei.

Auch im Nationalpark Jasmund im Nordosten der Insel Rügen sind die Aufräumarbeiten in Gang, wie ein Sprecher sagte. Zumindest die Rettungswege seien mittlerweile wieder frei. Auch am Montag seien die Ranger den ganzen Tag unterwegs gewesen, um Wege zu begutachten und freizuräumen.

Wenige Sturmschäden in Greifswald

Vergleichsweise glimpflich hat Greifswald nach Auskunft einer Stadtsprecherin das Sturmtief überstanden. Dort hatte es die Feuerwehr am Wochenende nur mit fünf wetterbedingten Einsätzen zu tun. Das Sperrwerk der Stadt war vor dem Wochenende vorsorglich geschlossen worden.

Im Greifswalder Ortsteil Wieck wurde am Montagmorgen noch ein gesunkenes Schiff gesichert und vertäut. Der ehemalige Fischkutter hatte nach Angaben der Wasserschutzpolizei schon seit längerer Zeit zwischen dem Sperrwerk und der Nordmole gelegen. Einsatzkräfte legten Ölsperren rund um das Schiff.

© dpa
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