Regierung: Transfergesellschaft für Schiffbauer verlängern

Die Corona-Pandemie hat dem Bau von Kreuzfahrtschiffen auf den Werften in MV ein jähes Ende gesetzt. Bei der Suche nach Alternativen zeigen sich Hoffnungsschimmer. Doch bis zu einem Neustart ist eine Überbrückungslösung notwendig - und das Land in Verantwortung.
Eine Yacht liegt im Werfthafen Hamburg. © Georg Wendt/dpa/Symbolbild

Die Landesregierung in Schwerin will die vom Land mitfinanzierte Transfergesellschaft für die rund 1500 verbliebenen Mitarbeiter der insolventen MV-Werften über Juni hinaus verlängern. Über einen entsprechenden Vorschlag der zuständigen Minister für Wirtschaft und Finanzen werde das Kabinett auf einer für Donnerstag anberaumten Sondersitzung beraten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Mittwoch an. Zuvor hatte die IG Metall Küste ein klares Signal aus Schwerin für die Werftarbeiter in Rostock, Stralsund und Wismar gefordert. Bislang ist die Finanzierung der Transfergesellschaft nur bis Ende Juni gesichert.

Für die Standorte in Wismar und Rostock-Warnemünde gebe es ernsthafte Übernahmeinteressenten und damit gute Aussichten, «dass es dort solide weitergeht», erklärte Regierungschefin Schwesig. An Wismar sei das Rüstungsunternehmen ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel interessiert. In Rostock wolle die Marine ein eigenes Arsenal für Schiffswartung und -reparaturen errichten. Das Werftgelände in Stralsund war nach der Insolvenz der MV-Werften von der Stadt übernommen worden, um dort einen maritimen Gewerbepark zu entwickeln.

Mit der Verlängerung der Transfergesellschaft sollen Fachkräfte bis zum Neustart an den Werft-Standorten gehalten werden. Formell ist nach der geplanten Kabinettsentscheidung noch die Zustimmung des Finanzausschusses im Landtag nötig, die aber als sicher gilt. Bereits Ende März hatte das Gremium einer ersten Verlängerung zugestimmt. Das Land stellte dafür 2,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Seit der Insolvenz der zum Genting-Konzern (Hongkong) gehörenden Unternehmensgruppe MV Werften im Januar 2022 wird um die Weiterführung der Schiffbaubetriebe gerungen. Zuletzt waren dort im Auftrag Gentings Kreuzfahrtschiffe gebaut worden. Die Talfahrt der Reisebranche infolge der Corona-Pandemie hatte den Mutterkonzern aber tief in die roten Zahlen gebracht, so dass die Insolvenz der Werften allen staatlichen Hilfsangeboten zum Trotz unausweichlich wurde.

Etwa die Hälfte der einst 3000 Werft-Beschäftigten wartet in der Transfergesellschaft auf einen beruflichen Neustart. Nach Schätzung von IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich könnten bei einem Eintritt des Marinearsenals in die Warnemünder Werft dort 500 Beschäftigte Arbeit finden. «Bei einem Verkauf des Standortes Wismar an ThyssenKrupp Marine Systems hoffen wir, dass dort kurzfristig neue Arbeitsplätze etwa für Konstrukteure entstehen», sagte der Gewerkschaftschef weiter. In der Transfergesellschaft könnten sich die Schiffbauer zudem für Jobs in anderen Branchen, etwa im Handwerk, qualifizieren.

© dpa
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