Keine Trendwende: Arbeitslosenzahl steigt auf 61.400

Das Ende des Lehrjahres und Betriebsferien lassen im Sommer saisonbedingt seit Jahren die Arbeitslosenzahlen steigen. Eine Tendenz, die in diesem Jahr durch andere Faktoren verstärkt wird.
Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist den dritten Monat in Folge gestiegen. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte, waren im August 61.400 Menschen erwerbslos gemeldet. Das waren 760 mehr als im Juli und 3100 mehr als vor einem Jahr. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 war die Zahl der Erwerbslosen sogar um 6300 höher. Die Quote stieg zum Vormonat leicht auf 7,6 Prozent. Nur in Bremen (10,7) und Berlin (9,2) war sie höher. Am niedrigsten ist sie in Bayern mit 3,4 Prozent.

Damit blieb trotz der sehr gut laufenden Geschäfte in der wichtigen Tourismusbranche die Trendwende im Nordosten aus. «Die zurückhaltende Einstellungspraxis der Betriebe, der jahreszeitlich übliche Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit und der Übergang der ukrainischen Schutzsuchenden in die Grundsicherung sorgen für den kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern», erklärte der Chef der Regionaldirektion, Markus Biercher.

Auch bundesweit ging vor dem Hintergrund der Energiekrise die Zahl der Arbeitslosen nach oben. Im August waren 2,547 Millionen Menschen ohne Beschäftigung und damit 77.000 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Punkte auf 5,6 Prozent. Diesem Wert sehr nah kam im Nordosten der Landkreis Rostock mit 5,8 Prozent. Die landesweit höchste Quote verzeichnete die Arbeitsagentur für Schwerin mit 9,5 Prozent.

Biercher konstatierte eine wachsende Personalnachfrage. So liege die Zahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Stellen mit 20.300 um 2100 über dem Bestand im Augst 2021. Vor allem im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe und im Handel würden Mitarbeiter gesucht. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag im Juni laut Biercher bei 584.700 und damit 1,2 Prozent über Vorjahresniveau.

Zwei Drittel des Zuwachses gingen auf Neueinstellungen im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen zurück. Im verarbeitenden Gewerbe hingegen gab es laut Arbeitsagentur einen Beschäftigungsabbau, allem Anschein nach Folge der Pandemie und der Unsicherheiten wegen der starken Energiepreissteigerung.

Die zur Abfederung der Pandemiefolgen eingeführte Kurzarbeit wird immer weniger in Anspruch genommen. Im Mai - neuere Zahlen liegen nicht vor - waren 1500 Beschäftigte in 200 Betrieben in staatlich finanzierter Kurzarbeit. Für August zeigten 29 Betriebe für 382 Beschäftigte Kurzarbeit an. «Damit liegen wir auf dem niedrigen Niveau der Vormonate», sagte Biercher.

In Bezug auf die nach Abschluss des Lehrjahres im August um knapp 16 Prozent gestiegene Jugendarbeitslosigkeit zeigte er sich optimistisch: «Diese Zahlen werden im Herbst schon wieder ganz anders aussehen.» Der Fachkräftebedarf sei groß. Das zeige auch die Zahl offener Lehrstellen. «Bei uns sind aktuell noch 3900 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. Speziell im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Handwerk sind noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt», konstatierte Biercher. An die Arbeitgeber appellierte er, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben.

© dpa
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