Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern leicht gesunken

Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich weiter robust. Ungeachtet der Unsicherheiten und getrübten Konjunkturaussichten nahm die Arbeitslosigkeit ab. Doch fällt die Herbstbelebung verhaltener aus als gewohnt.
Das Logo der Bundesagentur für Arbeit vor der Zentrale in Nürnberg. © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern ist leicht gesunken, bleibt aber weiter über dem Vorjahresniveau. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel am Mittwoch mitteilte, waren im Oktober im Nordosten 58.300 Menschen ohne Job. Das waren 700 weniger als im September, jedoch 3700 mehr als im Oktober 2021.

Als Gründe für die Entwicklung nannte der Kieler Agenturchef Markus Biercher eine wegen der Energiekrise abgeschwächte Herbstbelebung sowie den Übergang ukrainischer Flüchtlinge in die Grundsicherung. «So sind aktuell in Mecklenburg-Vorpommern 4900 ukrainische Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, im Oktober 2021 waren es insgesamt 220», erklärte Biercher.

Die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern beträgt aktuell 7,2 Prozent, das war nach Bremen und Berlin die dritthöchste bundesweit. Im September waren es 7,3 Prozent. Bei deutschlandweit 2,44 Millionen Erwerbslosen gab die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenquote mit 5,3 Prozent an. Dem Bundesdurchschnitt bereits sehr nahe kommt erneut der Landkreis Rostock, der mit 5,4 Prozent die geringste Quote im Nordosten aufweist. Die höchste wurde für Schwerin mit 8,7 Prozent errechnet.

Nach Angaben Bierchers lag die Personalnachfrage in Mecklenburg-Vorpommern über Vorjahresniveau. So habe die Agentur im Oktober 18.900 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand geführt, 800 mehr als vor einem Jahr. Fachkräfte würden vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in Handel und Gastgewerbe gesucht. In diesen Branchen sei auch ein Beschäftigungszuwachs zu verzeichnen gewesen. Von der gestiegenen Nachfrage hätten besonders junge Leute, deren Übergangsarbeitslosigkeit nach abgeschlossener Ausbildung immer kürzer ausfalle, und Langzeitarbeitslose profitiert. Einen Rückgang bei sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gab es im verarbeitenden Gewerbe mit einem Minus von 2100 Stellen.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bleibt die Fachkräftesicherung eines der drängendsten Themen in den Firmen. «Unternehmen suchen aktiv ausgebildete Fachkräfte. Das ist nach Monaten der Krise besonders erfreulich», erklärte Meyer. Viele Firmen hätte die Zeichen der Zeit erkannt und versuchten mit Anreizen Fachkräfte zu sichern und neue zu gewinnen. Der Staat unterstütze die Bemühungen und würdige dabei auch die Bereitschaft, auskömmliche Löhne zu zahlen. So gälten für Unternehmen, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, um fünf Prozentpunkte höhere Fördersätze. Zudem rückten bei der Investitionsförderung qualitative Kriterien noch mehr in den Vordergrund.

Henning Foerster von der Linksfraktion im Landtag forderte verstärkte Bemühungen zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit. «37,5 Prozent der mehr als 58.000 von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen sind ein Jahr und länger ohne Arbeit. Und dies in Zeiten, in denen in verschiedensten Branchen nicht nur ein Fach-, sondern zunehmend auch ein Arbeitskräftemangel beklagt wird», sagte er. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration liege vor allem beim Bund. Kürze dieser, wie geplant, für 2023 aber den sogenannten Eingliederungstitel um 609 Millionen Euro, gehe das vor allem zulasten der Langzeitarbeitslosen. «Der Bundestag ist gefordert, die vorgesehenen Streichungen zu verhindern», betonte Foerster.

© dpa
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