Dank Hinterseer: Hansa Rostock punktet wieder in der Fremde

Hansa Rostock punktet dank Hinterseer nach mehr als zwei Monaten wieder auswärts. Der Österreicher trifft beim 1:1 in Kiel erstmals für die Mecklenburger.
Der Rostocks Lukas Hinterseer (r) gegen den Magdeburgs Amara Conde. © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa

Für Lukas Hinterseer war die Reise an die Kieler Förde von ganz besonderem Wert. Mit seinem ersten Tor in Diensten des FC Hansa Rostock rettete der Stürmer dem mecklenburgischen Fußball-Zweitligisten beim 1:1 (0:1) bei Holstein Kiel den ersten Punktgewinn in der Fremde seit mehr als zwei Monaten. «Ein gefühlter Sieg vielleicht nicht ganz, aber wir gehen mit einem besseren Gefühl nach Hause», befand der 31 Jahre alte Österreicher nach dem wechselvollen Ostseederby, das insgesamt zurecht keinen Sieger fand.

45 Minuten lang hatte es aber gar nicht danach ausgesehen, als ob sich die Hanseaten bei ihren 1500 mitgereisten Schlachtenbummlern mit einem Punktgewinn für deren Unterstützung bedanken könnten. «Wenn man ehrlich ist, hätten wir nach der ersten Halbzeit schon 0:2 oder 0:3 hinten liegen können», resümierte Hinterseer treffend. Dass es zur Pause nur 0:1 aus Sicht der Gäste stand, hatten sie ihrem überragenden Torhüter Markus Kolke zu verdanken. Der Kapitän hielt wieder alles, was zu halten war, und war lediglich beim Hand-Elfmetertor von Kiels Fabian Reese zweiter Sieger. Verursacht hatte ihn Nico Neidhart. «Unglücklich», meinte Trainer Jens Härtel. Aber unstrittig nach einem klaren Handspiel, auch wenn sich die Mecklenburger verbal mächtig drüber beschwerten.

Aber spätestens in der Pause hatten sich Kolke & Co. wieder gefangen und gingen mit taktisch neuem Matchplan in die zweite 45 Minuten. «Wir haben mehr Druck gemacht und einige gute Chancen gehabt. Wir haben gemerkt. Da geht noch was, da liegt noch was in der Luft. Und wir haben immer daran geglaubt», beschrieb Punktbringer Lukas Hinterseer die Wandlung nach dem Wiederanpfiff.

Belohnt wurde die Steigerung allerdings erst zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit. Und als dann auch noch Lukas Scherff in der Nachspielzeit in höchster Not gegen den eingewechselten Angreifer Jan-Fiete Arp rettete, war der erste Punktgewinn in der Fremde seit dem 24. Juli, dem 1:0 beim Hamburger SV, in Sack und Tüten. «Wenn ich mir das ganze Spiel anschaue, war das vielleicht ein bisschen glücklich, aber nicht unverdient», stellte Hansa-Coach Jens Härtel zufrieden lächelnd fest.

© dpa
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