Hochwasserlage in Hessen entspannt sich

Vollgelaufene Keller und gesperrte Straßen: Starke Niederschläge haben am Wochenende für Hochwasser und viele Feuerwehr-Einsätze in Hessen gesorgt. Zu Wochenbeginn entspannt sich die Lage etwas - doch die Wasserstände sind mancherorts noch immer zu hoch.
Die Brücker Mühle bei Amöneburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf) ist vom Hochwasser umgeben. © Nadine Weigel/dpa

Die Hochwasserlage in Hessen hat sich zu Wochenbeginn wieder etwas entspannt. «In den am meisten betroffenen Gebieten an Lahn, Fulda und Eder sind die Scheitelwellen in der Nacht durchgelaufen», teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Montag in Wiesbaden mit. Das Amt ging davon aus, dass sich die Lage mit nachlassendem Regen in den kommenden Tagen entspannt. «Die Hochwasserwellen verlagern sich zunehmend in die Unterläufe - dadurch und durch einzelne Schauer werden allerdings voraussichtlich noch länger Meldestufen überschritten sein.»

Die Einsatzkräfte hatten im ganzen Bundesland aufgrund der starken Regenfälle viel zu tun. Im mittelhessischen Solms ist am Sonntag ein Gebäude durch einen Felssturz stark beschädigt worden. Die Felsbrocken hatten sich nach Angaben von Feuerwehr und Stadt wegen der starken Regenfälle in den vergangenen Tagen gelöst. Diese krachten in die Rückseite des Gebäudekomplexes, der aus einer Doppelhaushälfte und einem Anbau mit Restaurant besteht. Bei dem Vorfall sei insbesondere der Anbau des Komplexes schwer beschädigt worden und gelte als einsturzgefährdet, berichtete der unter anderem für die Bereiche Bau und Ordnung zuständige Amtsleiter Alexander Germer. Verletzt wurde niemand. Angesichts der Schäden und der möglichen Gefahr eines weiteren Felsabbruchs mussten die Bewohner das Anwesen zunächst verlassen. Die Höhe des Schadens war noch unklar.

An der Autobahn 49 in Nordhessen läuft nach einem Erdrutsch indes die Suche nach der Ursache. Zu dem Hangrutsch am nördlichen Ende des Autobahntunnels Frankenhain bei Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) war es am Sonntag nach den ausgiebigen Regenfällen der vergangenen Tage gekommen, wie die zuständige Autobahngesellschaft berichtete. Die zuständigen Stellen sowie Bauexperten seien mit der Suche nach der Ursache und der Festlegung eines Sanierungskonzeptes befasst.

Auch im Lahn-Dill-Kreis machten die Regenfälle den Einsatzkräften zu schaffen: Nahezu im gesamten Kreis seien die Feuerwehren am Wochenende wegen überfluteter Keller im Einsatz gewesen, teilte der Landkreis am Montag mit. Es seien auch mehrere Straßen, Gehwege und Radwege wegen des Hochwassers an Lahn und Dill und deren Nebengewässern gesperrt gewesen. Insgesamt seien die Rettungsdienste in dem Landkreis 25 Mal gefordert worden.

Hessenweit galten an fast 20 Pegeln am Montag Meldestufen. Stufe 2 sei an fünf Stellen erreicht worden. In Marburg wurde Meldestufe 3 knapp - um einen Zentimeter - verfehlt. Reichlich Wasser führten neben Lahn, Fulda und Eder auch einzelne Gewässer im Kinzig- und Niddagebiet sowie im Taunus. Am Wochenende waren an mehr als 30 Pegeln Hochwasser-Meldestufen überschritten worden, davon über zehnmal die Meldestufe 2.

Im Einzugsgebiet der Lahn entspanne sich die Lage vorerst weiter, teilte das Regierungspräsidium Gießen mit. Angesichts der noch für Montag angesagten Regenfälle könne es bei den Nebengewässern des Flusses allerdings erneut zu einem Anstieg der Wasserstände kommen. Das HLNUG rechnete für die Lahn vorerst nicht mehr damit, dass Meldestufe 3 überschritten wird. An Main und Rhein stiegen dem Landesamt zufolge die Wasserstände zwar leicht, es bestehe aber keine Hochwassergefahr.

Die Meldestufe 1 ist erreicht, sobald ein Gewässer randvoll ist und an einigen Stellen das Wasser bereits über das Ufer tritt. Die Meldestufe 2 entspricht laut HLNUG einem «größeren Hochwasser», das ufernahe Grundstücke überflutet und vereinzelt Keller überlaufen lässt. Ab der Meldestufe 3 werden Ortschaften vom Hochwasser eingeschlossen, Straßen sind unpassierbar.

© dpa
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