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Weg frei für Frankfurter «Kulturmeile»

Mit großer Mehrheit votierten die Stadtverordneten für den Neubau von Schauspiel und Oper. Die Frage ist aber, wie das finanziert werden soll. Frankfurt blickt nach Wiesbaden.
Theaterbühne
Ein Scheinwerfer erhellt den Vorhang auf einer Bühne. © Sebastian Kahnert/dpa/Symbolbild

Die Stadt Frankfurt hofft darauf, dass sich Land und Bund an den Kosten für den Neubau der Städtischen Bühnen beteiligen. Die Baukosten werden auf 1,3 Milliarden Euro geschätzt. Dazu kommen Kosten für das Grundstück von mindestens 35 Millionen Euro.

Die Stadtverordneten hatten am späten Donnerstagabend einem Vorschlag des Magistrats zugestimmt. Die Oper soll demnach am derzeitigen Standort neu errichtet, das Schauspiel wenige hundert Meter entfernt im Bankenviertel neu gebaut werden. Der Magistrat wurde beauftragt, einen Pachtvertrag für das Grundstück auszuhandeln.

Viele Besucher aus dem Umland

Alle Parteien waren sich einig, dass Land und Bund bei der Finanzierung mithelfen müssen, da laut Kulturdezernat ein großer Anteil der Zuschauer aus dem Umland kommt. Als positives Signal werteten die Stadtverordneten, dass die neue hessische Landesregierung aus CDU und SPD dem Entwurf des Koalitionsvertrags zufolge offen für Gespräche ist.

Dort heißt es: «Die städtischen Bühnen Frankfurt leisten mit anderen (Produktions-)Häusern einen wesentlichen Beitrag für den hessischen Kulturbetrieb mit Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Daher sind wir offen, mit der Stadt Frankfurt Gespräche über die bauliche Zukunft der städtischen Bühnen zu führen, sobald eine finale Standortentscheidung durch die Stadt getroffen ist.»

Lange Vorgeschichte

Über die Zukunft der Städtischen Bühnen diskutiert Frankfurt schon mindestens 15 Jahre. Die gläserne Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz ist baufällig und nicht zu retten - das haben diverse Untersuchungen seit 2017 klar belegt. 2020 beschlossen die Stadtverordneten den Abriss. Oper und Schauspiel sollen künftig getrennte Gebäude bekommen - die Frage war aber, wo diese Neubauten hin sollen.

Die Zahl der Varianten - anfangs waren es fünf - reduzierte sich im Laufe der Jahre. Ein Neubau am Osthafen wurde bald verworfen, die Bühnen sollten in der Innenstadt bleiben. Diverse Grundstücke wurden als Optionen genannt, etwa die Freifläche am Willy-Brandt-Platz, wo das Euro-Zeichen steht oder ein Gelände gegenüber der Alten Oper.

Stadt will Grundstück pachten

Jetzt soll mit den Grundstückseignern - der Hessischen Landesbank und der Sparkasse - über Details verhandelt werden. Laut einer Vorvereinbarung darf die Stadt das rund 5500 Quadratmeter große Gelände für 199 Jahre pachten und zahlt dafür einmalig 35 Millionen Euro plus knapp zwei Millionen jährlich.

Aber das ist nur ein Bruchteil der Kosten: Eine Expertenkommission hatte Anfang des Jahres die Kosten für die zwei Neubauten bereits auf 1,27 bis 1,3 Milliarden Euro geschätzt - 350 Millionen Euro mehr als zu dem Zeitpunkt als die Varianten-Debatte losging. Die Grundstückskosten kämen dann noch dazu.

Baubeginn frühestens in vier Jahren

Mit einem schnellen Baubeginn ist nicht zu rechnen. Das Bankgebäude kann frühestens 2027 abgerissen werden. Sind die Standorte gesichert, muss erst ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden.

Während der Bauarbeiten brauchen Schauspiel und Oper Zwischenlösungen. Aktuell sieht der Ablaufplan vor, dass zunächst das neue Schauspielhaus errichtet wird. Dieses dient nach Fertigstellung als Interimsspielstätte für die Oper, bis deren Neubau fertig ist. Der Masterplan sieht zudem vor, dass die Bühnen ein neues Lager- und Logistikzentrum bekommen.

Finanzierung ist offen

Die Magistratsvorlage fand eine breite Mehrheit, nicht nur bei der regierenden Koalition, sondern auch bei der oppositionellen CDU ebenso wie bei AfD und Linken. Dagegen sprachen sich nur die BFF und Ökolinx aus. Die SPD lobte die «zukunftsweisende Entscheidung», die Grünen sprachen von «einer wirklich guten Lösung». Die CDU erinnerte die wenigen Gegner des Plans: «Die Variante Sanierung ist tot.»

Eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus. Sie soll 2024 fallen, wenn der Erbpachtvertrag vorliegt. Mit der Zustimmung der Stadtverordneten sind zudem weitere Arbeitsaufträge verbunden: Der Magistrat muss die Pläne konkretisieren, um den Architektenwettbewerb vorzubereiten - und er muss ein Finanzierungskonzept vorlegen.

© dpa ⁄ Sandra Trauner, dpa
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