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Wachsende Schülerzahlen - Großer Bedarf an Vorlaufkursen

Kommende Woche startet das neue Schuljahr in Hessen - für rund 60.900 Schulanfänger zum ersten Mal. Kurz vorher hat nun der Kultusminister aktuelle Zahlen präsentiert.
Schulranzen
Schulranzen stehen in einem Klassenzimmer auf dem Boden. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Schülerzahlen in Hessen wachsen zum neuen Schuljahr 2023/2024 erneut deutlich. Wenn am kommenden Montag an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen der Unterricht nach den Sommerferien wieder startet, werden insgesamt rund 798.000 Kinder und Jugendliche in den Klassen sitzen. Das teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Freitag in Wiesbaden mit. Im Schuljahr 2022/2023 waren es noch 16.000 weniger Schülerinnen und Schüler gewesen, seit dem Schuljahr 2018/2019 ist die Gesamtzahl an den 1800 Schulen um rund 40.000 gestiegen.

Ein Grund für das aktuelle Plus sind wachsende Zahlen bei Flüchtlingen, die unter anderem aus der Ukraine nach Hessen kommen, wie Lorz erläuterte. Zudem waren die Geburtenzahlen in den Jahren 2014 bis 2016 gestiegen.

SCHULANFÄNGER

In ihre Schullaufbahn starten kommende Woche rund 60.900 Schulanfänger - 3700 mehr als noch im zurückliegenden Schuljahr. Vor rund zehn Jahren hatte die Zahl der Kinder in den ersten Klassen noch um rund 10.000 niedriger gelegen. Mit geringen Schwankungen ist diese Summe seitdem in Hessen nach und nach größer geworden - mit zuletzt deutlichen jährlichen Zuwächsen.

INTEGRATION

Noch nie - auch nicht während der Flüchtlingswelle der Jahre 2015 und 2016 - seien in so kurzer Zeit so viele schulpflichtige Kinder und Jugendliche nach Hessen gekommen wie im vergangenen Schuljahr, teilte das Ministerium mit. Laut Prognose werden im neuen Schuljahr rund 30.000 Schülerinnen und Schüler in Intensivklassen sitzen, darunter rund 13.500 aus der Ukraine. In diesen Klassen lernen die Kinder und Jugendlichen vorrangig die deutsche Sprache.

VORLAUFKURSE

Um Kinder im Vorschulalter, die Sprachdefizite haben, fit für die Einschulung zu machen, gibt es in Hessen verpflichtende, einjährige Vorlaufkurse. Nach den Worten des Kultusministers sind sie «ein Erfolgsmodell» - bei dem der Bedarf wachse. Etwa 19.000 Kinder werden dieses Jahr daran teilnehmen, nach 17.500 im Schuljahr 2022/2023. Nach den Worten des Ministers ist die Muttersprache beim überwiegenden Teil dieser Kinder nicht Deutsch - es sind aber auch welche darunter, die zu Hause Deutsch sprechen.

LEHRERSTELLEN

In Hessen gibt es nach Angaben des Ministeriums in diesem Schuljahr 3300 neue Stellen für Lehrerinnen und Lehrer. Die Gesamtzahl beträgt damit insgesamt 58.960 Stellen. Derzeit werde etwa im Bereich der Sprachförderung noch rekrutiert, sagte Lorz. Dort müsse an den Schulen teils überbrückt werden. Der Grundunterricht, für den 39.490 Stellen eingeplant sind, sei allerdings gesichert, betonte Lorz.

GANZTAG

Der Ganztagsausbau an hessischen Schulen schreitet nach den Worten des Ministers kontinuierlich voran. Rund 350 zusätzliche Lehrerstellen stünden dafür im kommenden Schuljahr zur Verfügung. Rund 500 Schulen erweitern den Angaben zufolge ihr Angebot, passen es an oder haben erstmals Ganztagsangebote. Nahezu drei Viertel der Grundschulen arbeiteten inzwischen in einem Ganztagsprogramm. «Auf den vom Schuljahr 2026/2027 an schrittweise startenden Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter ist Hessen vorbereitet», erklärte Lorz.

SCHULPSYCHOLOGIE

Im neuen Schuljahr werden weitere 15 Psychologinnen und Psychologen das Team der Schulpsychologie an den Staatlichen Schulämtern verstärken, wie das Ministerium weiter ankündigte. Damit gebe es nun insgesamt 150 Stellen in der Schulpsychologie, um die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte zu fördern.

KRITIK DER OPPOSITION

Als ureigenes Thema der Landespolitik steht die Bildung im derzeitigen Wahlkampf vor der Hessen-Wahl am 8. Oktober im Fokus - speziell zum Start des neuen Schuljahrs. Der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen nennt als Problemfelder den «chronischen Lehrkräftemangel», die «schleppende Digitalisierung» und die «mangelhafte Vorbereitung» des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung. Für keines dieser Probleme habe der Kultusminister eine Lösung, urteilte er. Moritz Promny von der FDP-Landtagsfraktion vermisste «innovative oder zumindest zeitgemäße Ideen für die Schule der Zukunft».

ORGANISATIONEN DER LEHRER

Auch Lehrerorganisationen kritisierten den Pädagogenmangel an Schulen und mahnten mehr Anstrengungen für Verbesserungen an. «Der Lehrkräftemangel wird sich in diesem Schuljahr neben den Grundschulen auch im Bereich der weiterführenden Schulen verschärfen», prophezeite die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sprach von «deutlich mehr als 2000 unbesetzten Planstellen an hessischen Schulen». Der Philologenverband sah zwar Verbesserungen bei der Unterrichtsversorgung, monierte aber: «Der konkrete Fachbedarf etwa in den Fächern Mathematik, Physik, Informatik, Chemie ist schwierig zu decken.» Die Politik müsse den Lehrerberuf attraktiver gestalten.

© dpa
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