Teil-Baustopp an A49-Baustelle aufgehoben

Auf der Baustelle der Autobahn 49 in Mittelhessen kann wieder ohne Beschränkung gearbeitet werden. Der nach dem Fund von Sprengstoffspuren verhängte Teil-Baustopp sei aufgehoben worden, teilte das Regierungspräsidium (RP) Gießen am Mittwoch mit. «Der Altlastenverdacht hat sich nicht bestätigt. Es besteht keine Gefährdung für den Boden, das Grundwasser oder den Menschen.» Das sei das Ergebnis von Nachuntersuchungen in dem vom Stopp betroffenen Baustellenbereich bei Stadtallendorf. Die Analyse bezog dem RP zufolge die Baugrube sowie dort bereits aus- und an anderer Stelle wieder eingebautes Material ein.
Fahrzeuge fahren auf einer Autobahn. © Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolbild

In der überwiegenden Anzahl der Bodenproben seien keine Schadstoffe nachgewiesen worden. Dazu zählen laut RP sprengstofftypische Verbindungen oder Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). In zwei Bereichen sei eine sehr geringe Menge des Sprengstoffs TNT nachgewiesen worden sowie in einem weiteren Areal eine geringfügige PAK-Belastung. Die Konzentrationen hätten aber unter den Grenzwerten gelegen, sagte ein Behördensprecher.

Das Regierungspräsidium hatte im Mai den teilweisen Baustopp angeordnet. Zuvor waren bei Stadtallendorf - ein früherer Rüstungsstandort - verdächtige Spuren in ausgehobenem Erdreich entdeckt worden. Analysen der gefundenen Klümpchen bestätigten später, dass es sich um den Sprengstoff Hexyl handelt. Daraufhin seien auf dem Areal Bodenproben genommen worden, berichtete das RP. Eine Hexyl-Belastung in der Baugrube sei nicht festgestellt worden.

Der Behörde zufolge kann nach dem Untersuchungsergebnis ausgehobenes Erdreich auf der Baustelle bleiben oder dort wie vorgesehen «schadlos» weiter verwendet werden. Vorsorglich habe sich die Baugesellschaft jedoch dazu entschieden, die Bodenbereiche mit den geringfügigen Belastungen getrennt auszubauen. Diese sollen innerhalb des Geländes eines früheren Sprengstoffwerks unter der später wasserdicht verschlossenen Fahrbahndecke eingebaut werden, so das RP.

An dem Lückenschluss der Autobahn 49 in Mittelhessen wird seit 2021 gebaut. Die Arbeiten sollen 2024 beendet sein. Die neue Trasse ist umstritten - im Herbst 2020 hatte es heftige Proteste von Umweltschützern gegen die dafür notwendigen Waldrodungen gegeben.

© dpa
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