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Lebenslange Haft wegen Mordes für Autoraser

Zur falschen Zeit am falschen Ort: Ein junger Vater spontan beim Ausfahren von Pizzen - und wird Opfer eines Autorasers. Dieser hat mit Tempo 130 in Wiesbaden rote Ampeln überfahren, um einen «Kick» zu bekommen.
Justiz
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtssaal. © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Gut ein Jahr nach einem tödlichen Unfall hat das Landgericht Wiesbaden einen Autoraser zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Die Vorsitzende Richterin Yasmin Kleinert hielt dem 25-Jährigen am Mittwoch Heimtücke bei voller Schuldfähigkeit, Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotenes Kraftfahrzeugrennen ohne andere ihn herausfordernde Raser vor. Seinen Führerschein verliert der Syrer für mehrere Jahre.

Laut Gericht war der junge Mann im Oktober 2022 wegen des «Kicks» mit einem hochmotorisierten Auto mit Tempo 130 über mehrere rote Ampeln der Wiesbadener Innenstadt gerast. Erlaubt waren dort maximal 50 Kilometer pro Stunde. Schließlich stieß er auf einer Kreuzung mit seinem Wagen mit einem anderen Auto zusammen. Dessen nicht angeschnallter Fahrer wurde aus seinem Fahrzeug geschleudert. Der Mann erlag einen Tag später seinen schweren Verletzungen.

Er war erst wenige Wochen zuvor Vater geworden. Seine Angehörigen mussten nach Worten von Richterin Kleinert schmerzlich erfahren, «wie sinnlos, wie grundlos er sein Leben verloren hat». Das Glück einer jungen Familie habe «vollkommen in Trümmern» gelegen. Das Opfer habe sich damals trotz einer familiären Feier «breitschlagen» lassen, zuerst noch Pizzen für einen befreundeten Gastronom auszuliefern.

Beim Prozessauftakt im Juni 2023 hatte der nicht vorbestrafte Angeklagte Reue gezeigt. Sein Verhalten sei keine Absicht gewesen: «Ich bereue es hier heute von ganzem Herzen», sagte er damals. Er wisse, dass er die Ereignisse im Herbst 2022 nicht mehr rückgängig machen könne, und biete der Opferfamilie seine Unterstützung an.

Der einstige Flüchtling aus dem Bürgerkriegsland Syrien und seine vier Beifahrer in Wiesbaden, darunter ein kleiner Junge, waren bei dem Unfall an einem Samstagabend schwer verletzt worden. Nach Angaben von Kleinert hatte der junge Mann bei einer «Selbstüberschätzung seiner fahrerischen Fähigkeiten» auch das Kind beeindrucken wollen. Dieses habe ohne Gurt hinten auf einer Mittelkonsole gesessen. Der nicht alkoholisierte und nicht unter Drogen stehende Autoraser sei unter allen Unfallbeteiligten «am leichtesten verletzt» gewesen.

Ermittler hatten die Todesfahrt nachgestellt, um die «Cockpit-Sicht» des Syrers zu rekonstruieren. Im Prozess traten die Witwe und Familienangehörige des Opfers als Nebenkläger auf. Bei der Urteilsverkündung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und mit voll besetztem Zuschauerraum brachen mehrere Angehörige des Opfers in Tränen aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig - der Verurteilte kann Revision einlegen.

© dpa
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