Warnstreik: Rund 400 Uniklinik-Beschäftigte beteiligen sich

Die Warnstreiks am privatisierten Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) sind am Donnerstag mit Arbeitsniederlegungen am Gießener Standort des Krankenhauses fortgesetzt worden. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich rund 400 Beschäftigte des nicht-ärztlichen Bereiches von der Früh- bis zur Spätschicht an den Aktionen. Dazu gehörte auch eine Demonstration.
Beschäftigte des privatisierten Uniklinikums Gießen und Marburg nehmen an einem Warnstreik teil. © Nadine Weigel/dpa/Archivbild

Zuvor waren wieder Notdienstvereinbarungen abgeschlossen worden. Es war bereits der zweite Warnstreik in dieser Woche - am Dienstag war der Standort Marburg betroffen. «Wir hoffen, dass Arbeitgeber und Politik mal was tun, ansonsten wird es sicher weitergehen mit den Aktionen», sagte Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm. Mit den Aktionen wollen die Beschäftigten ihren Forderungen nach sicheren Arbeitsbedingungen Nachdruck verleihen.

Die Klinikdirektoren betonten am Donnerstag die durchaus bedrohliche Lage des UKGM. Zahlreiche Investitionsmaßnahmen seien nach wie vor angehalten. «Zusammen mit dem zum Jahresende 2022 aufgekündigten Zukunftsvertrag mit dem Land und damit ausbleibenden Fördermitteln in relevanter Höhe entsteht eine durchaus bedrohliche Lage», heißt es in einer Mitteilung. Man begrüße deshalb den Plan des Marburger Oberbürgermeisters Thomas Spies für einen Finanzzuschuss in Millionenhöhe. Spies hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, er könne sich gut vorstellen, erstmal eine Größenordnung von 75 bis 100 Millionen Euro in einem UKGM in Landeseigentum anzulegen. Das Geld solle aus Mehreinnahmen der Stadt kommen.

Das Land Hessen und die zum Asklepios-Konzern gehörende Mehrheitseignerin Rhön-Klinikum AG ringen derzeit um die Frage der Weiterentwicklung und finanzielle Ausstattung des UKGM. Verdi befürchtet, dass Ende des Jahres mit dem Ablaufen einer bestehenden Vereinbarung Job-Sicherheiten für die Beschäftigten wegfallen.

© dpa
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