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Trend zu mehr Erstsemestern in Hessen

Die Probleme für junge Menschen sind zu jedem Start ins erste Semester ähnlich. Wer neu in eine Stadt kommt, braucht eine Bleibe. Doch Wohnungen sind rar und gehen besonders in einer Stadt ins Geld.
Hörsaal
Studenten sitzen in einem Hörsaal. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Dieser Tage beginnen in Hessen Tausende junge Menschen ein Studium oder einen neuen Studiengang. Nachdem die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen beiden Jahren auf das niedrigste Niveau seit 2010 gefallen war, sehen die Universitäten bei den Einschreibezahlen nach der Corona-Pandemie teils einen Trend nach oben. Wer nicht in seinem Elternhaus wohnen bleiben kann, hat es bei der Suche nach einem Dach über dem Kopf schwer, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Start in neuen Lebensabschnitt im Hörsaal

Endgültige Zahlen über die jungen Leute, die im Wintersemester 2023/2024 ein Studium oder einen neuen Studiengang beginnen, können die Hochschulen und Universitäten in Hessen noch nicht nennen. Doch an einigen ist der Trend klar: Es werden mehr als noch im Vorjahr.

«Zum Wintersemester erwartet die Philipps-Universität Marburg mehr als 5000 Erstsemester. Die Zahlen sind im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen», teilte die Uni mit. Vor dem Ende der Bewerbungsfrist kann auch die Justus-Liebig-Universität (JLU) in Gießen keine finalen Zahlen nennen. «Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass die JLU in diesem Wintersemester mehr Erstsemester haben wird als im Wintersemester 2022/23.» Im vergangenen Jahr seien es 5377 gewesen.

Auch an der Technischen Universität Darmstadt liegen noch keine abschließenden Zahlen vor. «Es lässt sich jedoch schon jetzt ein positiver Trend erkennen: Die Einschreibezahlen im Wintersemester 2023/24 haben die Werte des Vorjahres zum Teil deutlich überschritten», hieß es dort. Weitestgehend konstant sind die Zahlen bei der Uni Kassel und der Goethe-Universität Frankfurt. An der größten Uni in Hessen rechnet man mit rund 7700 Erstsemestern, rund 100 mehr als im Wintersemester 2022/2023. In Kassel erwartet man wieder mehr als 4000. Im Jahr zuvor waren es gut 4600.

Unterschiedliche Wahl der Schwerpunkte an den Unis

Ob Bachelor oder ein Studiengang mit Staatsexamen: Die Interessen der Neu-Studierenden sind an den Universitäten unterschiedlich. In Frankfurt haben sich nach Angaben der Uni mehr als 20 000 Menschen auf einen Medizin-Studienplatz beworben. In Darmstadt gibt es die meisten Einschreibungen für die Bachelorstudiengänge Informatik, Architektur, Wirtschaftsingenieurwesen oder Politikwissenschaft.

Gießen berichtet über viel Interesse auch beim Grundschullehramt, und in Marburg ist es wie in Frankfurt die Humanmedizin und bei den Bachelorstudiengänge die Betriebswirtschaftslehre. Die geringsten Zahlen an Erstsemestern hätten hier die sogenannten «kleinen Fächer» wie Altorientalistik und Indologie. In Kassel ist zum Beispiel der zulassungsbeschränkte Bachelor Psychologie stark nachgefragt.

Schwierige Suche nach einer Bleibe

Wer zum Studieren das Elternhaus verlassen und sich ein neues Dach über dem Kopf suchen muss, steht erstmal vor einem Problem: Zimmer in Wohngemeinschaften, Wohnungen oder Plätze in Studentenwohnheimen sind rar und heiß begehrt. Und Wohnraum ist in vielen Universitätsstädten richtig teuer. «Die Situation auf dem Wohnungsmarkt hat sich für Studierende im vergangenen Jahr drastisch verschlechtert», hieß es im Studienwohnreport 2023 des Finanzdienstleisters MLP und des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Dieser untersuchte die Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Bleibe und die Kosten in 38 Hochschulstädten. Fazit: Das Angebot ist rar, Mieten und Nebenkosten zudem gestiegen.

Für vergleichbare Musterwohnungen und WG-Zimmer in den Städten müssen die jungen Menschen demnach in Frankfurt am tiefsten in die Tasche greifen. Für eine 30 Quadratmeter Wohnung oder ein 20 Quadratmeter WG-Zimmer in Uni-Nähe müssen Studenten der Goethe-Uni Frankfurt fast 700 beziehungsweise fast 500 Euro aufbringen. Auch Darmstadt mit der Technischen Universität oder der Hochschule ist unter den Top zehn. Dort sind es rund 570 beziehungsweise 420 Euro, die Studierende ausgeben müssen.

Wer nichts findet, muss kreativ sein. Nach Angaben des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Philipps-Universität Marburg schlafen junge Menschen dann in Hotels, teilen sich Zimmer mit Freunden oder Bekannten oder gehen in Notunterkünfte des Studentenwerks. In anderen Fällen übernachten sie draußen oder auf Campingplätzen. Wieder andere würden bis zu acht Stunden am Tag pendeln. Nach Angaben des AStA in Frankfurt sind viele gezwungen, zu Hause zu wohnen, wenn sie kein Zimmer gefunden haben.

Streitpunkt Semesterticket

Mit Blick auf die oftmals angespannte finanzielle Situation bei Studierenden ist ein weiteres Fragezeichen, wie es mit dem Semesterticket weitergehen soll. Bisher fließt der Großteil der verpflichtenden Semesterbeiträge in das ÖPNV-Abo. Das Prinzip ist ein Solidarmodell - das Ticket ist für alle verpflichtend, wodurch die Kosten für einzelne Tickets gedrückt werden. Das Deutschlandticket könnte das bisherige Ticket für Studierende nun aber ablösen. Weil die Semestertickets oftmals kaum günstiger sind als das bundesweit gültige 49-Euro-Ticket, befürchten Studierendenausschüsse bundesweit erfolgreiche Klagen von Studierenden gegen das Zwangs-Semesterticket.

In Frankfurt kostet die Fahrkarte beispielsweise rund 39 Euro im Monat. Studierenden- und Schülervertretungen in Hessen fordern ein vergünstigtes Deutschlandticket für 19 Euro. Der AStA Frankfurt bleibt dennoch zunächst beim Semesterticket: «Wir halten als Sicherheitsnetz an unserem Modell fest», sagte AStA-Verkehrsreferent Bastian Schindler. Da noch nicht sicher ist, ob das 49-Euro-Ticket teurer wird oder ob eine vergünstigte Version kommt, befürchten Studierendenvertretungen Kostensteigerungen. Sollte das Deutschlandticket wegfallen oder teurer werden, müssten die Studierenden mehr Geld für Mobilität ausgeben, erklärte Schindler.

© dpa ⁄ Oliver Pietschmann und Oscar Fuchs (Wort) und Andreas Arnold (Foto), dpa
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