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Synoden in Hessen: Bilanz im Norden, Auftakt im Süden

Die Landeskirchen in Hessen stehen vor mannigfachen Herausforderungen. Auf den Synoden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) geht es vor allem darum, wie eine gute Zukunft gelingen kann.
Gottesdienst
Kerzen brennen vor dem Sonntagsgottesdienst. © Silas Stein/dpa/Symbolbild

Die Öffnung der Kirche, sinkende Mitgliederzahlen und Einnahmen, der Umgang mit Opfern sexueller Gewalt: Im Fokus der dreitägigen Herbstsynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) im nordhessischen Hofgeismar standen die großen Herausforderungen der Landeskirche. Während sie am Mittwoch endete, hat die viertägige Herbstsynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit einem Gottesdienst in der Frankfurter Paulskirche begonnen.

Für ihn gebe es eine große Überschrift über der kurhessischen Kirchensynode, bilanzierte der Präses der EKKW, Michael Schneider, am Mittwoch: «Diese Synode, diese Kirche fragt sich, wie kommen wir gut in die Zukunft, wie kommen wir verlässlich in die Zukunft, welche Prozesse können wir nicht aufschieben und wo ist jetzt handeln gefragt.»

Zuvor hatte die EKKW mitgeteilt, dass ihr bis 2027 ein strukturelles Defizit von rund 24 Millionen Euro drohe, wenn finanzpolitisch keine weiteren Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden. Der am Mittwoch verabschiedete Doppelhaushalt 2024/2025 ist laut EKKW mit insgesamt annähernd 6,6 Millionen Euro defizitär. Sein Gesamtvolumen liegt demnach 2024 bei 307,5 Millionen Euro, 2025 bei 302,1 Millionen Euro.

Vor dem Hintergrund der Finanz- und Mitgliederentwicklung beschloss die Synode am Mittwoch, die Finanzzuweisung an die Diakonie Hessen zu kürzen. Dies solle von 2025 bis 2030 schrittweise um insgesamt 30 Prozent geschehen. Ausgangspunkt bilde das Jahr 2021, in dem der Zuschuss der Landeskirche bei rund 3,7 Millionen Euro gelegen habe.

Die Synode der EKHN werde am Freitag über die gleichlautende Gesetzesvorlage entscheiden, hieß es. Stimme sie zu, reduzierten sich die Zuwendungen an die Diakonie Hessen im genannten Zeitraum insgesamt um rund 3,2 Millionen Euro. Davon entfallen den Angaben zufolge fast 1,1 Millionen Euro auf die EKKW.

Hintergrund der Entscheidung ist laut Mitteilung, dass der gemeinsame Vertrag zwischen den beiden Landeskirchen über die Finanzvereinbarung für die Diakonie Hessen Ende dieses Jahres ausläuft. «Ziel ist, dass beide Kirchen auch bei zurückgehenden Mitteln die Diakonie unterstützen und handlungsfähig erhalten wollen», hieß es.

Zudem beschloss die Synode der EKKW, die zum 1. März 2024 geplante Besoldungserhöhung für Pfarrerinnen und Pfarrer nicht in vollem Umfang zu übernehmen. Stattdessen sollten die Aufwendungen angepasst und ein Bemessungssatz von 97 Prozent eingeführt werden, hieß es. So könne der landeskirchliche Haushalt um 3 Millionen Euro pro Jahr entlastet werden.

Auch der Umgang mit den Opfern sexueller Gewalt beschäftigte die Synodalen in Hofgeismar. Bislang hat die EKKW nach Angaben von Prälat Burkhard zur Nieden insgesamt rund 481.000 Euro an 15 Opfer sexueller Gewalt ausbezahlt. Die Höhe der jeweiligen Anerkennungszahlung sei individuell und mit hoher Professionalität und Betroffenenorientierung auf die Lebenssituation der Betroffenen ausgerichtet, erläuterte er.

Ein weiterer Schwerpunkt der Herbstsynode lag auf der Öffnung der Kirche. Bischöfin Beate Hofmann warb dafür, zu Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Bestattungen einzuladen und diese im engen Austausch mit den Beteiligten zu gestalten. Herausfordernd sei dabei allerdings die Frage, ob es neben der Kirchenmitgliedschaft auch andere Formen der Zugehörigkeit gebe und mit welchen Rechten und Pflichten sich diese gegebenenfalls verbinde.

Bei der Herbstsynode der EKHN unter der Leitung von Präses Birgit Pfeiffer wollen die Delegierten bis Samstag mehr als 40 Tagesordnungspunkte beraten. Auch eine Erklärung, die sich gegen zunehmenden Antisemitismus richtet, soll verabschiedet werden.

Die hessen-nassauische Kirchensynode repräsentiert rund 1,4 Millionen Evangelische. Der EKKW gehören rund 730.000 Menschen an.

© dpa
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