DAK-Report: Stress als Risiko fürs Herz nicht unterschätzen

Eine halbe Million Hessen haben der Studie einer Krankenkasse zufolge ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko durch psychische Belastungen wie Depressionen, Ängste oder Arbeitsstress. Laut DAK-Gesundheitsreport 2022 hat landesweit fast jeder sechste Beschäftigte mindestens einen psychischen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hochgerechnet auf alle Erwerbstätigen wären das 559.000 Menschen.
Stifte liegen auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Für die Studie analysierte das IGES-Institut die Daten von rund 270.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten; zusätzlich befragte das Forsa-Institut für die DAK-Gesundheit über 1000 Beschäftigte in Hessen. Der Report zeigt unter anderem: Die Zahl der durch psychische Leiden verursachten Fehltage stieg von 2011 bis 2021 um 49 Prozent.

«Unser aktueller Gesundheitsreport zeigt, dass die Rolle von Stress und psychischen Erkrankungen als Risiko für Herzinfarkte oft unterschätzt wird», sagte Britta Dalhoff, Landeschefin der DAK-Gesundheit. «Depressionen und negativer Stress sind bereits für sich genommen eine große Belastung. Sie gehen aber auch buchstäblich ans Herz.»

Die Beziehung ist wechselseitig: «Zum einen ist es so, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen häufiger Herzprobleme haben. Zum anderen zeigen unsere Abrechnungsdaten, dass Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten auch häufiger eine psychische Erkrankung entwickeln.» 4,4 Prozent der Männer mit einer Depressionsdiagnose sind den Daten zufolge gleichzeitig wegen koronarer Herzkrankheit in Behandlung, aber nur 2,4 Prozent ohne Depression.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen im Durchschnitt 61 Fehltage im Jahr je 100 Versicherte; mit dem Alter steigt die Anzahl der Fehltage deutlich an. 45- bis 49-jährige Männer bringen es je 100 Versicherte auf 82 Fehltage, bei ihren zehn Jahre älteren Kollegen sind es 207 Tage. Die DAK sieht Firmen in der Pflicht, Stress, Belastung und die psychische und physische Gesundheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besser im Blick zu haben.

© dpa
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