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Sommerwetter in Hessen: Schwere Gewitter und Hitzewarnung

Erst ziehen schwere Gewitter über Hessen. Mehr als zwei Stunden fällt Starkregen über dem Rhein-Main-Gebiet, ungewöhnlich viele Blitze sind am Himmel zu sehen. Der Gewitterkomplex verursacht große Schäden. Jetzt wird vor der Hitze gewarnt.
Gewitter
Blitze entladen sich aus einer Gewitterwolke. © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Ein großer Gewitterkomplex hat am Mittwoch Straßen überschwemmt, Bäume umgerissen und die Einsatzkräfte in Dauerstress versetzt. Starkregen verursachte im Rhein-Main-Gebiet hohe Schäden. Die Feuerwehren und andere Helfer mussten zu mehr als 2000 Einsätzen ausrücken. Am Frankfurter Flughafen herrschte zeitweise Stillstand. Berichte über Verletzte gab es aber zunächst nicht. Doch jetzt kommt die Hitze. Im Zuge des Klimawandels steigt Fachleuten zufolge das Risiko für Extremwettereignisse.

Die Einsatzkräfte

Feuerwehren und Leitstellen meldeten als Bilanz der Gewitterstunden Hunderte Einsätze. Allein in Kommunen wie Frankfurt oder den Kreisen Groß-Gerau, Main-Taunus und Darmstadt-Dieburg meldeten die Verantwortlichen 400 bis 600 Einsätze durch das Unwetter. Da das eine erhebliche Einsatzsteigerung im Vergleich zu einem regulären Abend bedeutet habe, habe das Personal aufgestockt werden müssen, hieß es im Kreis Darmstadt-Dieburg. «Alleine in der Stadt Weiterstadt mussten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte 180 Einsatzstellen bewältigen.» Binnen weniger Stunden wurden in den Kommunen Tausende Notrufe registriert.

Die Schäden

In Frankfurt gab es neben vielen vollgelaufenen Kellern auch einen Wassereinbruch am Südbahnhof. Nach Angaben der Polizei in Offenbach mussten Bäume von Fahrbahnen geräumt werden. Auf einer Landstraße in Jossgrund (Main-Kinzig-Kreis) gab es einen Erdrutsch. «Bei zwei Einsatzstellen wurden Personen aus ihrem Pkw befreit», teilte die Feuerwehr mit. In Alsfeld schlug in der Nacht zu Donnerstag ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein. Es entstand ein Schaden von geschätzt etwa 10.000 Euro, wie die Polizei in Fulda mitteilte. «246 vollgelaufene Keller wurden registriert, wobei davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Zahl um einiges höher liegen dürfte», teilte der Main-Kinzig-Kreis mit. In Sulzbach, im Main-Taunus-Kreis, wurden in einer Schule alle Klassen im Erdgeschoss überschwemmt. Zudem drang Wasser in den Keller der Verwaltung ein.

Der Gewitterkomplex

Der ging nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zwischen 20.00 und 20.30 Uhr über dem Rhein-Main-Gebiet los und dauerte bis etwa 23.00 Uhr. «Das ist selten», sagte ein DWD-Sprecher über die Dauer des Unwetters. So etwas komme alle paar Jahre einmal vor. Laut DWD fielen teilweise innerhalb weniger Stunden 50 bis 80 Liter pro Quadratmeter. Bei den Blitzen sei die Stunde 20.40 bis 21.40 Uhr der Höhepunkt mit über 25.000 im Rhein-Main-Gebiet gewesen. In Deutschland habe es mehr als 140.000 gegeben, davon 11.300 Einschläge, hieß es beim Blitzinformationsdienst von Siemens.

Eine Folge des Regens: Aufgrund der teils hohen Niederschläge kam es in Hessen zu steigenden Wasserständen. Insgesamt seien an mehr als 15 Pegeln Meldestufen überschritten, davon kurzzeitig an einem Pegel die Meldestufe 2, hieß es beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Betroffen seien die aus dem Spessart und Vogelsberg kommenden Gewässer im Einzugsgebiet der Fulda, der Kinzig und der Nidda sowie die Flüsse selbst. Das könne sich verschärfen. Insgesamt gibt es drei Meldestufen.

Der Luftverkehr

Aufgrund der Regenfälle über Frankfurt wurden am größten deutschen Flughafen Dutzende Flüge gestrichen. Am Mittwochabend sammelten sich unter anderem auf dem Vorfeld große Wassermengen, wie ein Sprecher des Flughafens sagte. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, Flugzeuge konnten nicht rechtzeitig abheben oder mussten zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Für mehr als zwei Stunden wurde die Bodenabfertigung gänzlich eingestellt. Auf der Webseite des Flughafens waren rund 70 Flugstreichungen bis zum Beginn des Nachtflugverbots vermerkt. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden 56 Ausnahmegenehmigungen für Starts nach 23.00 Uhr genehmigt, von denen 37 bis Mitternacht starten konnten. 25 Maschinen konnten nur verspätet, sieben gar nicht mehr in Frankfurt landen. Betroffen bei Starts und Landungen waren mehr als 3000 Passagiere.

Die Wetterextreme

Nach den schweren Gewittern kommt die Hitze. Der DWD gab am Donnerstag für weite Teile Hessens eine Hitzewarnung heraus. Es wird eine starke Wärmebelastung erwartet, teilten die Meteorologen mit. Die Hitze werde alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten. Die Warnungen gelten meist bis zu einer Höhe von 600 Metern. Der DWD sagte für Freitag Temperaturen bis 32 Grad voraus. Am Wochenende soll auch die 30-Grad-Marke geknackt werden. Nach Angaben des Sozialministeriums ist in einigen Regionen Hitzewarnstufe zwei erreicht. Das Warnsystem hat zwei Stufen und damit werde nun vor extremer Hitze gewarnt. «Eine extreme Wärmebelastung liegt vor, wenn die gefühlte Temperatur 38 Grad übersteigt oder Warnstufe Eins an vier aufeinander folgenden Tagen andauert», teilte das Ministerium mit. Letzteres sei im Odenwaldkreis und im Kreis Bergstraße erreicht.

© dpa
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