«Boystown»-Plädoyers unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Im Prozess gegen vier mutmaßliche Betreiber der kinderpornografischen Plattform «Boystown» im Darknet ist vor dem Landgericht Frankfurt die Beweisaufnahme abgeschlossen worden. Am Mittwochnachmittag sollte die Generalstaatsanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen. Allerdings sollten alle Schlussvorträge mit Rücksicht auf die Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten werden.
Akten liegen vor einem Prozess in einem Landgericht auf dem Tisch. © Swen Pförtner/dpa/Symbolbild

In dem Verfahren müssen sich vier Männer im Alter von 41 bis 66 Jahren verantworten. Die Angeklagten kommen aus Hamburg, dem Landkreis Paderborn, dem Landkreis Mühldorf am Inn, der 60 Jahre alte Hauptbeschuldigte lebte zuletzt in Paraguay. Sie sollen die Plattform mit mehr als 400.000 Mitglieder aus aller Welt aufgebaut und betrieben haben. Als das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die Plattform im April 2021 abschalteten, waren dort mehr als eine Million Forenbeiträge zu finden.

Während drei der Angeklagten die Taten in dem Prozess zwar einräumten, sich aber nicht weiter äußerten, hatte ein 41 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Paderborn vor Gericht Angaben gemacht, teilweise wie schon die Verlesung der Anklage in nichtöffentlicher Verhandlung.

Ein 49 Jahre alter Angeklagter soll für den Betrieb der Server verantwortlich gewesen sein und als Moderator und Administrator im Forum tätig gewesen sein. Die Anklage wirft ihm außerdem schwere sexuelle Gewalt an Kindern vor. Er soll zwischen 2005 und 2008 sowie 2019 und 2021 in mindestens 17 Fällen zwei Kinder zum Teil schwer sexuell missbraucht haben. In einigen Fällen soll er Aufnahmen gemacht und per Messengerdienst mit anderen geteilt haben.

Auch der 41-jährige soll zwei Kinder sexuell missbraucht und auf «Boystown» Beiträge der Mitglieder kontrolliert haben. Der älteste Angeklagte soll einer der aktivsten Nutzer der Plattform gewesen sein und mehr als 3600 Beiträge verfasst haben.

© dpa
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