Rollstuhlfahrer vor U-Bahn gestoßen: Keine Verwahrung

Für den Stoß eines Rollstuhlfahrers auf die Gleise der Frankfurter U-Bahn ist ein Mann vom Landgericht Frankfurt in einem neuerlichen Prozess zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging am Mittwoch von versuchtem Totschlag aus, verhängte jedoch keine weitere Sicherungsverwahrung gegen den 71-Jährigen. Diese sei vor dem Hintergrund, dass eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes an seiner Verlobten gegen den Angeklagten bestehe, unverhältnismäßig, hieß es in der Entscheidung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Vor einem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. © Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Der massiv vorbestrafte Angeklagte war 2001 zu der lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, deren Verbüßung 2019 zur Bewährung ausgesetzt wurde. Anfang Januar 2020 kam es schließlich im Stadtteil Dornbusch zu dem Vorfall mit dem 32 Jahre alten Rollstuhlfahrer. Eine einfahrende U-Bahn konnte noch rechtzeitig bremsen, so dass das Opfer nur leicht verletzt wurde. Im November wurde der Mann deshalb zu acht Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt - gleichzeitig wurde die Bewährungsaussetzung widerrufen, so dass die lebenslange Haftstrafe weiter zu verbüßen ist. Der Bundesgerichtshof bestätigte zwar die Feststellungen des Gerichts zum Tatablauf, nicht aber die Strafhöhe und die Sicherungsverwahrung. Deshalb wurde ein weiterer Prozess gegen den 71-Jährigen notwendig.

© dpa
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