Lebenslange Haftstrafe nach Raubmord an Schmuckhändler

04.07.2022 Nach einem brutalen Raubüberfall stirbt ein 78-jähriger Schmuckhändler, seine Frau überlebt die traumatische Tat schwer verletzt. Einer der Täter ist jetzt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat als Mord.

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Wegen Raubmordes an einem Frankfurter Schmuckhändler und Mordversuchs an dessen Ehefrau ist ein 32-jähriger Mann vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer hielt sich damit am Montag an den Antrag der Staatsanwaltschaft und ging von den Mordmerkmalen der Habgier und der Ermöglichung weiterer Straftaten aus.

Gemeinsam mit drei Mittätern war der Moldawier im Oktober 2017 in das Anwesen der Eheleute in Frankfurt-Griesheim eingedrungen und hatte beide schwer misshandelt. Während die 78 Jahre alte Frau schwer verletzt überlebte, starb der gleichaltrige Mann kurze Zeit später an seinen Verletzungen. Dem heute 32-Jährigen gelang als einzigem die Flucht. Erst im vergangenen Jahr wurde er aus Russland ausgeliefert und vor Gericht gestellt.

Vor Gericht hatte der Mann zugegeben, den Überfall auf das als wohlhabend geltende Ehepaar mit vorbereitet zu haben und auch im Haus der Opfer gewesen zu sein. Dort habe er sich allerdings in Anbetracht der großen Gewalt voller Schrecken von seinen Komplizen abgewendet und sei geflüchtet. Das Gericht nahm ihm das aber nicht ab: Alles spreche dafür, dass auch der Angeklagte massiv gewalttätig gewesen sei und besonders auf den Ehemann eingewirkt habe. Erst als die Polizei in der Nähe des Hauses gewesen sei, habe er die überstürzte Flucht angetreten, hieß es in der gut einstündigen Urteilsbegründung. Dem 32-Jährigen sei deshalb der Raubmord als Mittäter anzulasten.

Der Moldawier verfolgte die Ausführungen des Gerichtsvorsitzenden fast regungslos. Er ist der einzige der fünf an dem Raubmord beteiligten Männer, der mit lebenslanger Haft bestraft wurde. Zwei weitere Mittäter wurden als Heranwachsende nach Jugendstrafrecht bestraft, der dritte Täter erhielt als Kronzeuge einen Strafrabatt. Die drei Männer wurden direkt nach der Tat noch am Tatort festgenommen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa

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