Hausbesetzung in Frankfurter Stadtteil Gallus

Im Frühjahr soll im Frankfurter Stadtteil Gallus ein neues Bauprojekt starten. Nun haben Aktivisten ein leerstehendes Haus besetzt, dessen letzte Mieter vor kurzem ausgezogen sind. Die Besetzung ist ein Protest.
Ein Plakat mit der Aufschrift «Freiräume statt Glaspaläste» hängt an einem Haus im Stadtteil Gallus. © Sebastian Gollnow/dpa

Mehrere Aktivisten haben seit dem Wochenende ein Wohnhaus im Frankfurter Stadtteil Gallus besetzt. Mit der Aktion werde zugleich gegen die Gentrifizierung des Stadtteils protestiert, sagte eine Sprecherin der Initiative am Montag. Die letzten Mieter des Gebäudes, das nach Informationen der Besetzer im Frühjahr abgerissen werden soll, seien Ende November ausgezogen. Einige von ihnen seien nun in Hotels, andere in Notunterkünften untergebracht worden, hieß es. «Es macht keinen Sinn, Leute im Winter auf die Straße zu schicken» sagte einer der Besetzer. «Hier ist es warm, Heizung, Wasser und Strom funktionieren.»

Nach Angaben der Sprecherin versuchen die Besetzer nun, Kontakt mit dem Eigentümer und der Stadt zum weiteren Vorgehen aufzunehmen. «Am Wochenende war das nicht möglich, aber wir hoffen, dass es zu Gesprächen kommt.» Am Zaun des Grundstücks hing ein Plakat, auf dem die Besetzer die Eigentümer aufforderten, die Wohnungen bis zum tatsächlichen Baubeginn kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des neuen Bauprojekts sollten mindestens 60 Prozent Sozialwohnungen geschaffen werden, hieß es.

Das Gebäude ist Eigentum der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), wie eine Sprecherin der Zeitung bestätigte. Daher sei die FAZ derzeit in Gesprächen mit allen Parteien, um die Situation zu klären, sagte sie. Dazu gehören die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), die aktuell Mieter des Hauses sei, der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe Frankfurt, die Untermieter der KEG ist, die Stadt Frankfurt und die Hausbesetzer. «Die Wohnungen in der Günderrodestraße 5 wurden in den letzten Jahren über die KEG und die Evangelische Wohnraumhilfe sozial Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Sie sind mittlerweile alle anderweitig untergebracht», so die FAZ-Sprecherin.

Die Stadt wolle an der Stelle eine Grundschule bauen, hieß es. «Zudem wird die Zahl der Wohnungen zukünftig um ein Vielfaches steigen.» Aktuell gebe es auf dem gesamten Areal der FAZ im Gallus nur 47 Wohneinheiten. «Im neuen Wohnquartier entstehen nach aktuellem Planungsstand 506 Wohnungen, davon rund 177 geförderte Wohneinheiten.»

Die Mietpreise in Frankfurt gehören bundesweit zu den höchsten. Tausende Menschen pendeln aus dem Umland zu ihren Arbeitsplätzen in der Mainmetropole. Das innenstadtnahe Gallusviertel war lange Jahre ein Industrie- und Arbeiterviertel, zunehmend entstehen aber durch Um- und Neubauten oft hochpreisige Eigentumswohnungen.

© dpa
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