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Public Viewing zur EM: Kneipe statt Großveranstaltung?

EM-Fußball im Fan-Pulk schauen? Vielerorts in Hessen sind die Public-Viewing-Angebote eher überschaubar. Wer in Gemeinschaft mitfiebern will, wird teils eher bei Kneipen und kleineren Events fündig.
Public Viewing bei der EM
Zwei junge Männer sehen sich ein Fußballspiel in einer Berliner Kneipe an. © Lena Lachnit/dpa/Archivbild

Sommer, Sonne, Fußball-Party - die Bilder von feiernden Fans bei der Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland sind vielen Menschen noch lebhaft in Erinnerung. Zur bevorstehenden Europameisterschaft dürfte das gemeinschaftliche Fußballschauen vielerorts in Hessen etwas kleiner ausfallen oder stattdessen teils in Kneipen und zu Hause im Wohnzimmer stattfinden.

Zwar bietet Frankfurt als eine der EM-Ausrichterstädte eine große Fanmeile mit Live-Übertragung der Partien auf zahlreichen Bildschirmen, Unterhaltung und Gastronomie, und auch in der Kasseler Nordhessen Arena können Fans einige Partien live verfolgen. In vielen anderen größeren Städten im Bundesland werden aber keine größeren Fußball-Events organisiert, und die Städte überlassen das Public Viewing eher Gaststätten, Vereinen und privaten Unternehmen. 

Neben den Kosten für die Organisation spielen dabei auch Unwägbarkeiten zum Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft sowie zum Wetter, aber auch der Aufwand für Sicherheitskonzepte eine Rolle. Fraglich sei auch, wie gut solche Angebote ankommen würden, heißt es mancherorts. Schließlich seien das Bier und die Snacks zum Fußball vor dem heimischen Fernseher für die Fans günstiger als beim öffentlichen Event.

Vorfreude - besonders in den Spielorten

In der Gastronomie freut man sich derweil auf die EM, wie Oliver Kasties, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Hessen auf Anfrage mitteilte. «Auch wenn nicht alle Gastgeber unmittelbar von einem sportlichen Mega-Event dieser Art profitieren, sind die möglichen positiven Effekte für eine Stimmungsaufhellung in Hessen und für die Stärkung des Tourismusstandortes Hessen nicht zu unterschätzen.» Erwartungsgemäß zuversichtlicher als die Gesamtbranche zeigten sich die Hotels und Gastrobetriebe in den Spielorten. «Hier erhofft sich fast jeder zweite Unternehmer positive Impulse durch die EM», so Kasties. 

Durch Auflagen und Regelungen für GEMA-Nutzungsrechte und Lärmschutz ließen sich viele Betriebe allerdings bei TV-Übertragungen oder Public-Viewing-Veranstaltungen abschrecken, erklärte der Hauptgeschäftsführer. «Nicht jede Werbung oder Gestaltung ist zulässig, denn Veranstalter der Fußballeuropameisterschaft ist die UEFA, die den Wettkampf zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund organisiert.» Bei der Werbung für Veranstaltungen, Waren und Dienstleistungen in Zusammenhang mit den EM-Spielen seien einige Regelungen für die Betriebe zu beachten. «Schlussendlich wird die Stimmung in der Branche wesentlich vom Abschneiden der Deutschen Mannschaft und vom für die Außensaison wichtigen Faktor Wetter abhängen.»

Einnahmen bei Public Viewing «schwer zu kalkulieren»

Derweil sind weder in Marburg noch in Fulda zur EM städtisch organisierte Public-Viewing-Angebote geplant. Es gebe inzwischen einige Anmeldungen für kleinere Public Viewing-Events, teils auch im Zusammenhang mit anderen Veranstaltungen, hieß es von der Fuldaer Stadtverwaltung. Einige Kneipen und Bars in der Domstadt würden ebenfalls Public Viewing anbieten, das müsse aber bei der Stadt in der Regel nicht angemeldet werden. Daher gebe es auch keine konkreten Zahlen. 

Das Interesse an großen Public-Viewing-Veranstaltungen sei bei möglichen Anbietern erkennbar gesunken. «Offenbar ist das finanzielle Risiko für die Veranstalter nicht unerheblich. Neben den Kosten für Technik, Infrastruktur, Genehmigungen als auch Sicherheit sind auch die Einnahmen nur schwer zu kalkulieren», erklärte die Stadtverwaltung. 

Auch in Marburg war lediglich ein etwas größeres, privat organisiertes Public-Viewing-Event in einem Gewerbegebiet bekannt, ansonsten böten vor allem viele Kneipen Möglichkeiten zum gemeinsamen Fußballschauen, wie eine Stadtsprecherin sagte. Aus Gießen hieß es, in diesem Jahr gebe es seitens der potenziellen Veranstalter von großen Events «kein Interesse an Public Viewing». Dafür hätten rund 20 Gaststätten bis dato ihre Absicht bekundet, auf ihren Freiflächen Public-Viewing-Veranstaltungen durchzuführen.

Fußball in früherer Eissporthalle

Die Stadt Wiesbaden bietet ebenfalls kein Public Viewing an, «weil die Kosten ja erheblich sind und viele Kommunen auf ihren Haushalt achten müssen», wie es von der städtischen Pressestelle hieß. Aber es gebe in Wiesbaden Kneipen und Restaurants «im zweistelligen Bereich» mit entsprechenden Angeboten. «Die haben ja auch was davon.»

In Kassel wiederum heißt es Fußball statt Eishockey: Dort wird in der modernisierten ehemaligen Eissporthalle der Stadt, der Nordhessen Arena, ein Public Viewing angeboten. Nach Angaben der Kassel Marketing GmbH werden dort bei freiem Eintritt die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalelf gezeigt - auf dem großen Videowürfel, der mittig in der Arena hängt und die Partien auf allen vier Seiten überträgt.

Bei anderen Veranstaltern scheint auch in Kassel das Interesse bislang überschaubar zu sein. Bisher wurden nach Angaben der Stadt sieben Public Viewings in Wirtschaftsgärten und drei Veranstaltungen anderer Anbieter beim Ordnungsamt der Stadt angemeldet und zugelassen. Viele der Veranstalter zeigten nur ausgewählte Spiele des Turniers, hieß es. «Bisher ist, vor allem in Wirtschaftsgärten der Gastronomien, eine eher verhaltene Resonanz zu erkennen», sagte ein Sprecher. Weitere Anmeldungen bis zum und auch während des Turniers seien zu erwarten. 

© dpa
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