Corona-Aufholprogramm: Kultusminister fordern Verlängerung

Die Kultusminister der Länder haben den Bund dazu aufgerufen, das Corona-Aufholprogramm zu verlängern. «Sechs Wochen Schulschließungen werfen die Kinder deutlich mehr als sechs Wochen zurück», sagte der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Freitag zum Abschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin. Wegen der langfristigen Auswirkungen brauche man deutlich mehr Zeit und einen langen Atem.
Pressekonferenz zum Abschluss der Kultusministerkonferenz. © Christoph Soeder/dpa

Der Bund hatte das Aufholprogramm 2021 auf den Weg gebracht. Es besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro steht für Lernförderprogramme zur Verfügung, eine weitere Milliarde für die Aufstockung sozialer Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien. Das Programm soll dabei helfen, Folgen der Schulschließungen während der Corona-Pandemie wie Bildungsrückstände und psychische Probleme abzufedern.

«Die Verlängerung und Aufstockung dieses Programms ist aus unserer Sicht unabdingbar», sagte auch Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD). Die KMK forderte konkret weitere 500 Millionen Euro und eine Fortsetzung des Programms bis zum Ende des Schuljahres 2023/2024. Sie bekräftigte außerdem ihre Haltung, dass Schulen in der Pandemie offen bleiben müssten.

«Die Schulschließungen der vergangenen Jahre haben nachgewiesenermaßen zu gravierenden negativen Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit und den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen geführt. Erneute flächendeckende Schulschließungen müssen daher auch zukünftig ausgeschlossen bleiben», hieß es.

Thema der Beratungen war zudem die angespannte Personallage im Bildungsbereich, die durch inzwischen etwa 140 000 an den Schulen angemeldete ukrainische Kinder und Jugendliche zusätzlich verschärft wird. Der am Donnerstag vorgelegte Nationale Bildungsbericht hatte den Fachkräftemangel als Schwerpunkt thematisiert. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK - ein wissenschaftliches Beratergremien - soll nun Empfehlungen erarbeiten, wie weitere Lehrkräfte gewonnen und vorhandene Ressourcen besser genutzt werden können.

© dpa
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