Neun Euro für einen Monat: Vorbereitungen auf neues Ticket

25.04.2022 Ab dem 1. Juni soll das 9-Euro-Ticket im ÖPNV gelten, dafür muss es zuvor erhältlich sein. Das ist wegen der knappen Zeit gar nicht so einfach umzusetzen, wie der RMV erklärt. Auch mit Engpässen wegen der erwarteten hohen Nachfrage wird gerechnet.

Ein Fahrkartenautomat des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) im Hofheimer Bahnhof. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Die Vorbereitungen auf das 9-Euro-Monatsticket für den Nah- und Regionalverkehr laufen auch in Hessen auf Hochtouren. Von Juni bis Ende August sollen Fahrgäste bundesweit für neun Euro pro Monat fahren können. Im Mai soll das Ticket dann erhältlich sein, erklärte der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf Anfrage. Ob es zumindest im digitalen Verkauf einen regionsübergreifenden Verkaufsstart gibt, werde aktuell abgestimmt. Der RMV wolle das Ticket über möglichst viele Vertriebswege anbieten, auch an den Fahrkartenautomaten. Deren Programmierung sei in der gegebenen Zeit allerdings herausfordernd.

«Im Sinne eines deutschlandweiten Angebots halten wir möglichst einheitliche Regeln und Abläufe bei Kauf und Nutzung für sehr wichtig», erklärte ein RMV-Sprecher. Zusammen mit anderen Verkehrsunternehmen und -verbünden und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) seien in den vergangenen Tagen wesentliche Eckpunkte festgelegt worden. Hierzu gehöre, dass alle Zeitkarteninhaberinnern und -inhaber von der Aktion profitierten, dass das Ticket deutschlandweit gelte und jeweils bis zum Ende des Monats, erklärte der RMV. Wer also am 8. Juni ein 9-Euro-Ticket kauft, könne dieses bis zum 30. Juni nutzen.

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) verwies auf Anfrage auf noch offene Fragen, auch der nötige Gesetzgebungsprozess stehe noch aus. Sobald dies geklärt sei, werde man über das weitere Vorgehen informieren, sagte eine Sprecherin. Der Aufwand für die Umsetzung des Tickets sei für die Verbünde sehr hoch: «Zum einen muss das 9-Euro-Ticket kurzfristig in die Vertriebskanäle eingepflegt werden, zum anderen verursacht das 9-Euro-Ticket Abrechnungskorrekturen bei den (Abo-)Bestandskunden.» Die Verkehrsbranche war von den Plänen der Regierungskoalition in Berlin zu dem Ticket überrascht worden.

Weil mit mehr Fahrgästen gerechnet wird, kann es auf einigen Strecken zu Engpässen kommen, erklärte der RMV. Mehr Fahrzeuge einzusetzen, sei wegen des geringen zeitlichen Vorlaufs nur extrem eingeschränkt möglich: «Insbesondere Fahrgäste mit Fahrrad am Wochenende in touristisch beliebten Regionen werden wir bitten, möglichst frühe Fahrten zu nutzen beziehungsweise später als üblich aufzubrechen oder den Heimweg anzutreten.» Im Sommer fänden auch zahlreiche Bauarbeiten statt.

Das 9-Euro-Ticket soll nach Angaben des Verkehrsverbands VDV nicht im Fernverkehr wie ICE, IC oder EC gelten und nur jeweils für eine Person. Abonnentinnen und Abonnenten sollen automatisch benachrichtigt werden, wie das Ticket mit ihren Zahlungen verrechnet wird.

© dpa

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