Schwälbchen-Chef: Talsohle ist durchschritten

Die Corona-Pandemie hat Schwälbchen in den vergangenen beiden Jahren die Geschäfte erschwert. Die Molkerei sieht sich nun wieder im Aufwind. Vor allem in einem Geschäftsfeld geht es voran.
Milchpackungen stehen in der Abfüllanlage der Schwälbchen Molkerei auf einem Förderband. © Arne Dedert/dpa/Archivbild

Hessens größte Molkerei Schwälbchen ist nach zwei schwierigen Corona-Jahren nach eigenen Angaben im Aufwind. «Die Talsohle ist durchschritten», sagte Vorstandschef Günter Berz-List der Deutschen Presse-Agentur in Bad Schwalbach. «Wir sind im Aufholmodus.» Für das gesamte Jahr rechne er mit einem Umsatz in der Gruppe von 200 Millionen Euro und einem wieder ausgeglichenen Ergebnis.

Rückenwind spürt Schwälbchen durch das anziehende Geschäft des Frischdienstes. Durch den Wegfall der strikten Corona-Regeln sei die Nachfrage zur Belieferung von großen Betriebskantinen, Schulen, Mensen, Hotels und Gastronomen im ersten Halbjahr deutlich angezogen, berichtete der Unternehmenschef. Das betreffe gerade die Ballungsräume und größeren Städte.

Der Umsatz in dem Geschäftsfeld für Großverbraucher mit einem Sortiment von rund 10.000 Artikeln für Küchenchefs sei auf 51 Millionen nach 30 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten des Vorjahres gestiegen. Der Verlust beim Ergebnis sei von minus 1,4 Millionen auf minus 400.000 Euro reduziert worden, sagte der Manager. «Wir sind auf einem absolut guten Weg.» Bis zum Jahresende sollen keine roten Zahlen mehr beim Frischdienst geschrieben werden.

Auch im Molkereigeschäft befinde sich das Unternehmen im Aufholmodus. Der Umsatz sei um 14 Prozent auf 54 Millionen Euro nach oben gegangen. Die Milchverarbeitung habe um sieben Prozent auf 66 Millionen Kilogramm abgenommen. Operativ sei die Entwicklung aber zufriedenstellend, erklärte Berz-List. Nachdem die Notierungen für Käse, Milchpulver und Butter seit Jahresanfang stark angestiegen seien, haben die Preise für Frischeprodukte im Handel erst im Juli angezogen. Damit werde sich der Aufwind nun deutlich im zweiten Halbjahr zeigen.

In den Büchern stehe ein Verlust von 500.000 Euro nach einem Plus von 1,1 Millionen zum Halbjahr 2021. Im Vorjahr seien jedoch zwei Sondereffekte in Höhe von zusammen 1,7 Millionen verbucht worden. Dabei handelte es sich um den Verkauf einer Liegenschaft in Marburg. Die Harzmolkerei in Wernigerode wurde auf die Muttergesellschaft zudem verschmolzen. Auch im zweiten Geschäftsfeld werde bis zum Jahresende ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt.

Der Umsatz in der Unternehmensgruppe legte um 33 Prozent auf 97 Millionen Euro zu. Die Verluste wurden insgesamt im Jahresvergleich von 1,2 Millionen Euro auf einen Fehlbetrag beim Ergebnis von 850.000 Euro verringert, wie der Manager mitteilte.

© dpa
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