Warteschlangen, aber kein Chaos am Frankfurter Flughafen

Das befürchtete Durcheinander am Frankfurter Flughafen blieb auch am Tag nach dem Start in die Sommerferien überschaubar. Die Warteschlangen waren zwar lang, die Passagiere aber entspannt.
Tausende Passagiere warten vor den Abfertigungsschaltern des Flughafens auf ihren Check-In. © Boris Roessler/dpa

Am Flughafen Frankfurt ist auch einen Tag nach Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland das befürchtete große Chaos ausgeblieben. Vor den Check-in-Schaltern in der Abflughalle und an den Sicherheitskontrollen bildeten sich am Samstag zwar lange Warteschlangen, sagte ein Fraport-Sprecher. Diese seien aber zügig abgebaut worden. Die tatsächliche Wartezeit für die Passagiere sei damit überschaubar gewesen. Für den Samstag erwartete man bis zu 200.000 Passagiere auf dem größten deutschen Flughafen. Bereits am Freitag waren es rund 180.000.

Der Flughafenbetreiber Fraport sprach von einem geordneten, stabilen Betrieb mit punktuellen Wartezeiten. Auch die Airlines hätten zusätzliches Personal in den beiden Terminals im Einsatz, um dem hohen Passagieraufkommen gerecht zu werden. Der Flugplan am größten deutschen Drehkreuz war deutlich ausgedünnt worden, so dass nicht so viele Flugzeuge gleichzeitig abgefertigt werden müssen.

So wurde zum Beispiel zwei Reisenden aus Nordrhein-Westfalen der Flug von Düsseldorf nach Frankfurt daher gestrichen. Stattdessen kamen sie am Samstagmorgen mit dem Zug nach Frankfurt, um dann nach Vancouver fliegen zu können. Die beiden Freundinnen wollten ihre Kanadareise eigentlich schon vor zwei Jahren antreten - dann kam Corona. «Wir sind zuversichtlich, jetzt darf einfach nichts mehr schiefgehen.» An den Ferienbeginn in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland hatten die beiden aus NRW gar nicht gedacht, trotzdem beobachteten sie das Treiben in der Abflughalle entspannt von einer Sitzbank. «Unser Flug geht um halb zwei, wir sind seit neun Uhr hier, wir haben Zeit.»

Viele Reisende waren auf Verzögerungen vorbereitet und erschienen deutlich früher am Flughafen als üblich. Rund fünf Stunden bevor der Flieger nach Indonesien abheben sollte, war ein junges Paar am Samstag nach Frankfurt in die Abflughalle gekommen. «Man liest von den Problemen am Flughafen ja überall, da haben wir lieber etwas mehr Zeit eingeplant.» Sie standen zu dem Zeitpunkt bereits seit eineinhalb Stunden in der Warteschlange vor dem Check-in-Schalter. «Wenn wir da ganz hinten stehen würden, wären wir allerdings schon genervt», erklärten sie und zeigten quer durch die Halle ans Ende der Menschenkette.

Bereit zum Abheben nach Thessaloniki stand auch Familie Graus bereits eineinhalb Stunden in der Reihe vor dem Check-in-Schalter. Aus Angst, dass Gepäck aufgrund der Abfertigungsprobleme erst mal zurückbleiben könnte, fliegt die dreiköpfige Familie nur mit einem großen Koffer. «Den Rest haben wir auf unser Handgepäck aufgeteilt», erklärte die Frau. Rund drei Stunden Puffer bis zum Abflug hatten sie eingeplant. Ihr Ehemann sprach von einem Organisationschaos: «Die Probleme sind definitiv hausgemacht, wenn den Reisenden geraten wird, deutlich früher am Flughafen zu sein, die Schalter aber nicht eher öffnen», erklärte er sichtlich genervt.

Schon seit Wochen gibt es an dem Airport Probleme bei der Gepäckabfertigung, weil Personal fehlt. Ein Fraport-Sprecher hatte bereits darauf vorbereitet, dass auch an diesem Wochenende Wartezeiten von ein bis zwei Stunden an der Gepäckausgabe möglich seien.

© dpa
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