Käufer des Airports Hahn noch ohne Betriebslizenz

Der insolvente Flughafen Hahn hat schon vor Monaten neue Investoren gefunden. Ihr Kaufvertrag ist aber noch nicht wirksam.
Eine Gangway mit der Aufschrift «frankfurt hahn airport» steht auf dem Rollfeld des insolventen Flughafens Hahn. © Andreas Arnold/dpa/Archivbild

Gut zweieinhalb Monate nach dem Verkauf des insolventen Hunsrück-Flughafens Hahn haben die Käufer noch keine Genehmigung für den Flugbetrieb beantragt. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz teilte als Luftfahrt- und Luftsicherheitsbehörde der Deutschen Presse-Agentur mit, bislang liege ihm keine Anfrage vor.

Der Flughafen Hahn war im Oktober 2021 in Insolvenz gegangen und Ende Juni 2022 für eine ungenannte Summe mehrheitlich an die Swift Conjoy GmbH in Frankfurt verkauft worden. Das Bundesland Hessen hält noch einen Minderheitsanteil von 17,5 Prozent. Die Swift Conjoy GmbH äußerte sich auf Anfrage vorerst nicht. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Jan Markus Plathner erklärte: «Erst nach Erteilung der Genehmigung wird der Kauf vollzogen.» Üblicherweise fließt erst nach Wirksamkeit eines solchen Kaufvertrags das Geld.

Der stellvertretende Hahn-Betriebsratsvorsitzende Karl-Heinz Heinrich sagte, er sei nicht besorgt: «Das sind behördliche Sachen. Da kann es nur einen Schritt nach dem anderen geben.» In die Genehmigung des Flugbetriebs seien mehrere Behörden eingebunden.

Der Airport mit seinem aktuellen Chef Rüdiger Franke sei nach der Entspannung der Corona-Lage wieder im Aufwind, betonte Heinrich. «Die Entwicklung ist sehr positiv.» Das zeigten auch die zahlreichen Stellenausschreibungen des insolventen Airports mit gegenwärtig rund 400 Beschäftigten. Der schwer angeschlagene chinesische Großkonzern HNA hatte sich von seinem Hahn-Anteil von 82,5 Prozent getrennt.

Die Geschäftsführer der Swift Conjoy GmbH, Tobias Steyer und Martin Mansell, hätten schon am Flughafen mit dem Betriebsrat gesprochen, ergänzte Heinrich, der bei der Feuerwehr des Airports arbeitet. Die Käufer wollten die Öffentlichkeit erst näher über ihre Pläne informieren, wenn der Kaufvertrag wirksam geworden sei. Ende Juni hatten sie neue Investitionen und zusätzliche Jobs versprochen.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters sprach von einem sehr erfreulichen Passagiergeschäft: «Wir haben in diesem Jahr bislang rund dreimal so viele Reisende begrüßt wie im Vorjahr 2021. Entsprechend optimistisch schauen wir auf die Herbst- und Weihnachtsferien. Wir gehen aktuell davon aus, dass sich der positive Trend im Winterflugplan 2022/23 fortsetzen wird.»

Von Januar bis Juli 2022 verbuchte der Airport Hahn laut der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) 722 638 Fluggäste - 205,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Frachtgeschäft verringerte sich dagegen um 18,9 Prozent auf 129 041 Tonnen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte dies auch mit dem anhaltenden Corona-Lockdown in einigen Wirtschaftsregionen Chinas. Das «wirkt sich weltweit auf den Luftfrachtverkehr aus».

© dpa
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