Grüne erwägen Ende der Passagierflüge ab Bremen

Die mitregierenden Grünen in Bremen erwägen ein Ende der Passagierflüge vom Flughafen der Hansestadt. Sie wollen prüfen, ob der Airport in einen Werksflughafen für Airbus und andere Firmen der Luft- und Raumfahrtbranche umgewandelt werden kann. Das geht aus dem Vorstandsentwurf für das Wahlprogramm zur Landtagswahl im Mai 2023 hervor. Das Programm soll auf einem Landesparteitag am kommenden Samstag (26.11.) verabschiedet werden.
Ein Flugzeug setzt zum Landeanflug an. © Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Viele Passagierflüge ab Bremen seien Kurzstrecken nach Frankfurt, Stuttgart, München oder Amsterdam, sagte Landeschef Florian Pfeffer am Donnerstag. Sie könnten überflüssig gemacht werden durch bessere Bahnverbindungen. Die Frage sei auch, wie viel Steuergeld die Menschen in Bremen und Bremerhaven in den defizitären Flughafen stecken wollten. Gebraucht werde der Airport von der Flugzeugbranche und als Modellstandort bei der Entwicklung eines klimaneutralen Luftverkehrs.

Das grüne Wahlprogramm setze Schwerpunkte bei Energiewende und Klimaschutz, einer nachhaltigen Nutzung des knappen Raums, bei Bildung und Armutsbekämpfung, sagte die Co-Landessprecherin Alexandra Werwarth. Zu dem Entwurf seien aus der Mitgliedschaft knapp 800 Änderungsanträge eingegangen. Bei etwa 20 Fragen rechne sie mit Debatten und Abstimmungen auf der Landesmitgliederversammlung. Im kleinsten Bundesland wird am 14. Mai 2023 das Landesparlament, die Bremische Bürgerschaft, neu gewählt.

Bremens Bürgermeister, Andreas Bovenschulte (SPD), ist für den Weiterbetrieb des Airports als Passagierflughafen. «Für mich ist nicht maßgeblich, was in irgendwelchen Wahlprogrammen steht», sagte Bovenschulte laut Mitteilung. Der Bremer Senat habe sich in den vergangenen Jahren immer einmütig zum Flughafen bekannt und den Betrieb in der Pandemie finanziell massiv unterstützt. «Ich sehe nicht, dass sich an dieser Haltung etwas ändern wird.»

© dpa
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