Frankfurts Ex-OB Feldmann stellt Autobiografie vor

Aufstieg und Fall von Peter Feldmann kann man nun in Buchform nachlesen, verfasst von ihm selbst. Der abgewählte Oberbürgermeister bricht darin mit einer selbstauferlegten Regel.
abgewählter Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann präsentiert seine Autobiografie. © Arne Dedert/dpa

Wenige Wochen nach seiner Abwahl und kurz vor dem Urteil im Korruptionsprozess hat der frühere Frankfurter Oberbürgermeister seine Autobiografie vorgestellt. Das Buch «Peter Feldmann: Sozi. Jude. Oberbürgermeister» erscheint nächste Woche im Nomen-Verlag. Am Freitag stellte der 64-Jährige das schmale Bändchen in seinem Frankfurter Stammcafé vor.

Das von ihm selbst verfasste Werk sei «ein Blick in meine Seele», sagte Feldmann: «ein politisches, aber auch sehr, sehr persönliches Buch», in dem er seine Träume und seine Alpträume schildere. Erstmals berichtet Feldmann darin auch über seine jüdische Abstammung, die er in seiner Zeit als Oberbürgermeister nie thematisiert hatte. Er erzählt von seinem Vater, der in Schweden gegen die Nazis kämpfte, und seiner eigenen Zeit in einem israelischen Kibbuz.

Am Ende des Buches legt Feldmann seine Sicht auf den Skandal um die Frankfurter Arbeiterwohlfahrt dar, der ihn auf die Anklagebank brachte («Was wirklich geschah»). Er habe im vergangenen Jahr oft das Gefühl gehabt, allein gegen den Rest der Welt zu stehen, sagte Feldmann am Freitag. Das Buch sei daher auch «ein Stück weit eine Aufarbeitung». Gewidmet hat er es seinen beiden Töchtern.

Die Buchvorstellung im Café beginnt mit einer Lesung. Feldmann liest aus dem Anfangskapitel, das seine Kindheit in einer Frankfurter Hochhaussiedlung beschreibt und das Sofa, das «mir als Kind fast heiliger vor(kam) als ein siebenarmiger Leuchter». Danach liest er eine Stelle über das Klinkenputzen im Wahlkampf. Feldmann nutzt den Auftritt auch, um erneut seine politischen Erfolge aufzulisten.

Er habe mit dem Schreiben im Sommer begonnen, sagt Feldmann auf die Frage, warum das Buch gerade jetzt erscheine; wann der Prozess ende, liege nicht in seiner Hand. Wieso er nun sein Judentum zum Thema mache, beantwortet er damit, dass er als Privatmann damit anders umgehen könne als im Amt. Ob er mit dem Buch auch um sein politisches Erbe kämpfe, kontert er: «Dafür braucht es kein Buch.»

Das Buch umfasst 128 kleinformatige, mit großer Schrift bedruckte Seiten. Der Verlag, der sich auf linke politische Themen spezialisiert hat und bei dem auch ein Buch von Oskar Lafontaine erschienen ist, hat nach eigenen Angaben zunächst 2000 Exemplare drucken lassen. Wenn das Werk auf Interesse stoße, kündigte Feldmann an, könne er sich auch ein zweites Buch vorstellen.

Der 64-Jährige wurde am 6. November nach diversen Skandalen bei einem Bürgerentscheid aus dem Amt gewählt. Seit 18. Oktober steht Feldmann zudem vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Bestechlichkeit vor. Das Urteil könnte noch in diesem Jahr gesprochen werden.

© dpa
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