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Leinenpflicht und Jagdverbot sollen Schweinepest eindämmen

Vor allem Schweinehalter sind alarmiert: In Hessen ist erstmals die Schweinepest bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Minister Jung informiert im Landtag über die aktuelle Lage.
Ingmar Jung
Der hessische Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU). © Boris Roessler/dpa

Im Kampf gegen die Schweinepest in Hessen setzt Landwirtschaftsminister Ingmar Jung vorrangig auf die Suche nach weiteren Kadavern und die Eingrenzung des Verbreitungsgebiets. «Wir haben bisher keinen weiteren positiven Fall», sagte der CDU-Politiker am Dienstag bei seiner ersten Regierungserklärung im Landtag in Wiesbaden. «Die Kadaversuche läuft schon seit Samstag mittels Drohnen unter Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer.»

Ein totes und mit der Schweinepest infiziertes Wildschwein war vor wenigen Tagen in der Nähe von Rüsselsheim gefunden worden. Um den Fundort wurde in einem Radius von rund 15 Kilometern eine sogenannte Restriktionszone eingerichtet. «Das Virus, über das wir hier reden, ist für Schweine hochgefährlich. Es gibt keine Impfung. Die Krankheit ist unheilbar und endet in fast allen Fällen tödlich», sagte Jung. «Für Menschen besteht absolut keine Gefahr. Auch der Fleischverzehr ist vollkommen unbedenklich. Das gilt im Übrigen auch für Haustiere.»

Um eine Verbreitung der Seuche möglichst zu vermeiden, wurde in den betroffenen Kommunen nach den Worten des Ministers eine Leinenpflicht für Hunde und ein Jagdverbot angeordnet. Dadurch soll vermieden werden, dass Wildschweine aufgescheucht werden. Für die Landwirtschaft und speziell Schweinehalter gelten strenge Auflagen.

«Wir haben derzeit ein Verbot der maschinellen Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen, weil wir davon ausgehen, dass sich eben viel Schwarzwild auch gerade im Getreide befindet und wir es eben in der Zone halten wollen», erläuterte Jung. «Das sind sehr harte Maßnahmen.» Alle Verantwortlichen seien sich jedoch einig gewesen, zunächst lieber eine Maßnahme mehr zu ergreifen - die dann in den nächsten Tagen vielleicht wieder zurückgenommen werden kann.

«Wir wissen im Moment nicht, ob sich das Virus schon weiter verbreitet hat», sagte Jung. «Wir wissen noch nicht mal sicher, ob wir uns im Zentrum des Ausbreitungsgebietes befinden.» Es bestehe jedoch noch eine Wahrscheinlichkeit, «dass wir möglicherweise den Erstfall ... erwischt haben», ergänzte er. In der Nähe des Fundortes werde derzeit ein Zaun gestellt, die Arbeiten sollen laut Jung am Mittwoch abgeschlossen sein.

Harte Folgen für die Landwirtschaft hatte nach den Worten des Ministers in manchen hessischen Regionen auch das Rheinhochwasser Anfang Juni. «Wir haben in Südhessen eine Fläche von über 1300 Hektar, die betroffen ist. Das sind Felder, unter anderem mit Getreide, mit Gemüseanbau, die vollständig für dieses Jahr verloren sind.» Das Land stelle eine Notfallhilfe in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro bereit.

Der Naturschutzbund Nabu kritisierte, in der Regierungserklärung von Jung seien «keinerlei konkrete Aussagen zu Klimaschutzmaßnahmen getroffen» worden. «Betroffenheitsbekundungen, Entschädigungen und der Abbau von bewährten Umweltstandards sind keine nachhaltige Lösung für die Bewältigung der Klimakrise», erklärte der Nabu-Landesvorsitzende Maik Sommerhage.

Der Naturschutzbund erwarte vom Land entschiedene Schritte, um die Ursachen des bedrohlichen Klimawandels zu bekämpfen. Es müssten alle Möglichkeiten für mehr natürlichen Klimaschutz genutzt werden, mahnte Sommerhage. «Dazu gehören mehr alte Wälder und Wälder mit natürlicher Entwicklung, in denen über Jahrhunderte Kohlendioxid gebunden und gespeichert werden kann», ergänzte er. «Auch natürliche, vernässte Auen, der Schutz von Niedermooren und die Förderung von Grünland dienen dem Klimaschutz und damit auch dem Schutz von Landwirten.»

Bei Klimaanpassungsmaßnahmen müsse das Land stärker auf «Schwammlandschaften» setzen, schlug der Nabu-Landesvorsitzende vor. Solche Flächen für den natürlichen Klimaschutz und den Wasserrückhalt seien viel wirksamer als immer wiederkehrende Notfallpakete für Landwirte oder Hochwasseropfer.

© dpa
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